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Würselen: Kerstin Steffens unterstützt Visionplus Unternehmerinnenpreis

Würselen : Kerstin Steffens unterstützt Visionplus Unternehmerinnenpreis

Kerstin Steffens ist gerne Mutmacherin für die Teilnehmerinnen des Visionplus Unternehmerinnenpreises 2010. Und sie ist eine gute, denn mit Mut kennt sie sich aus. Hätte sie nicht jede Menge davon, säße die 47-Jährige heute sicherlich nicht auf dem Chefsessel des Elektrogroßhandels Biron und Jansen in Würselen.

In ihrem Büro hängt ein großer Bilderrahmen mit einem Spruch, den sie vor über 20 Jahren aus der Zeitung ausgeschnitten und aufbewahrt hat: „Geht nicht, gibt´s nicht. Und vielleicht ist uns zu wenig”. „Für mich ist das der verbale Ausdruck einer inneren Haltung”, sagt die Diplom-Kauffrau und lächelt.

Haben Frauen, die ein Unternehmen führen, andere innere Haltungen als Männer? Kerstin Steffens überlegt kurz. Dann schüttelt sie den Kopf. „Wie man ein Unternehmen führt und ob man sich überhaupt dafür entscheidet, ist eher eine Frage des Typs als eine des Geschlechts.” So wie es Unternehmertypen gebe, gebe es eben auch Menschen, zu denen ein Angestelltendasein besser passe. Für beides gebe es gute Gründe.

„Grundsätzlich ist der Unternehmertyp ein Macher. Jemand, der eine genaue Vorstellung davon hat, was und wohin er will.” Dass genau das auch manchmal nicht klappe, sei das Risiko, das man trage. „Vor allem in den ersten Jahren habe ich mir oft eine blutige Nase geholt und viele schlaflose Nächte gehabt”, sagt sie. Trotzdem habe sie immer weitergemacht - mit dem festen Vertrauen darauf, dass es sich lohnen würde - wegen der großen und kleinen Erfolgserlebnisse, der zufriedenen Kunden. Zum anderen aber auch, weil sie schon als Jugendliche das Ziel hatte, finanziell unabhängig zu sein.

Den Visionplus Unternehmerinnenpreis beobachtet sie schon mit Wohlgefallen, seit er vor zwölf Jahren in die erste Runde ging. Als Mitglied der IHK-Vollversammlung kennt sie einige der bisherigen Preisträgerinnen. „Tolle Frauen und interessante Typen”, sagt sie. An dem Wettbewerb gefalle ihr, dass die Öffentlichkeit auf Unternehmerinnen und ihre Leistungen aufmerksam gemacht wird.

Bei Biron und Jansen arbeiten 28 Beschäftigte. Ein Drittel von ihnen sind Frauen, darunter beispielsweise eine Einkäuferin. „Eine Frau in dieser Schlüsselposition gibt es in unserer Branche deutschlandweit höchstens noch zwei oder dreimal”, sagt Kerstin Steffens. Ähnlich sieht das mit ihrer eigenen Position aus.

Unter den 63 Gesellschaftern von Fegime, der Marktgemeinschaft des Elektrogroßhandels, zu der auch Biron und Jansen gehört, sind gerade mal vier Frauen. „Ich glaube aber, dass wir auf einem guten Weg sind, dass es mit den kommenden Generationen mehr Unternehmerinnen gibt”, sagt sie. Dazu könnte auch beitragen, dass Wirtschaft immer häufiger an Schulen als Fach etabliert wird. „Kinder und Jugendliche sollen wissen, dass unternehmerische Selbstständigkeit eine von vielen Möglichkeiten ist, ihren Lebensweg zu planen.”

Auch Kerstin Steffens hatte auf ihrem Weg Mutmacherinnnen. Ganz besonders ihre beiden Großmütter, die ihr immer gesagt haben wie wichtig es für eine Frau ist, auf eigenen Beinen zu stehen. Eine gute Grundlage dafür, sich später, wann immer nötig, selbst Mut zu machen. Und etwas davon an andere Frauen mit ähnlichen Zielen weiterzugeben. Den Bewerberinnen um den Visionplus Unternehmerinnenpreis 2010 drückt die Sponsorin und Mutmacherin fest die Daumen.

Bewerbungen aus der ganzen Wirtschaftsregion Aachen sind möglich

Beim Visionplus Unternehmerinnenpreis 2010 können sich Unternehmerinnen aller Branchen - unabhängig von der Unternehmensgröße - aus der Wirtschaftsregion Aachen (Städteregion Aachen, Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg) bis zum 14. Juli bewerben.

Teilnahmeberechtigt sind Einzelunternehmerinnen, Freiberuflerinnen, Unternehmensnachfolgerinnen oder Gesellschaften. Bei Bewerbungen für Gesellschaften muss die Bewerberin mindestens 50 Prozent der Anteile halten. Das Unternehmen muss im Zeitraum 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 2008 gegründet oder übernommen worden sein.

Die drei Preisträgerinnen des Unternehmerinnenpreises 2010 werden am 30. September feierlich prämiert und haben Gelegenheit, ihr Unternehmen öffentlich zu präsentieren. Darüber hinaus erhalten sie folgende Geldpreise: 1. Preis 3000 Euro, 2. Preis 1500 Euro, 3. Preis 750 Euro.

Erstmals werden in diesem Jahr die besten sechs Unternehmerinnen mit je drei Tagen Unternehmensberatung belohnt. Damit haben sie den zusätzlichen Nutzen, sich für die Zukunft von einem professionellen Berater begleiten zu lassen.

Informationen erteilt Monika Hennes, Gründerregion Aachen, 0241/4460-350, info@gruenderregion.de