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Köln: Keine Top-Noten für die Finanzämter

Köln : Keine Top-Noten für die Finanzämter

Das Fazit des Finanzämter-Tests ist wenig schmeichelhaft: „Das Prinzip Zufall entscheidet, was netto vom Einkommen übrig bleibt.”

Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital”, Köln, am Mittwoch berichtete, ist jeder siebte Steuerbescheid, den die 572 deutschen Finanzämter ausstellen, falsch.

Übertragungsfehler. Zahlendreher oder außer Acht gelassene Pauschbeträge - die komplizierte Steuergesetzgebung überfordert nicht nur die Finanzverwaltung, der Behördenapparat arbeitet fehlerhaft - mit fatalen Folgen für die Lohn- und Einkommenssteuerzahler. Dies hat eine Untersuchung des Forschungsinstituts Europressedienst, Bonn, im Auftrag von „Capital” ergeben.

Nur 5,2 Prozent der befragten Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine sind der Ansicht, dass die Bescheide korrekt sind. Bei einigen Finanzämtern liegt die Fehlerquote sogar bei bis zu 50 Prozent. Kleiner Trost: Die Steuerzahler in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen können im Schnitt mit einer besseren Arbeit der Behörden rechnen als in anderen Ländern.

Bei der Einzelauswertung gibt es keine Top-Noten für die Finanzämter in der Region. Jülich rangiert auf Rang 104 im bundesweiten Vergleich, Düren auf 131, Aachen Kreis auf 160, Aachen Innenstadt auf 175, Geilenkirchen auf 271, Aachen Außenstadt auf 404 und Erkelenz auf Platz 489.

Die besten Noten erhält das Finanzamt Hamburg-Harburg, die schlechtesten Zensuren Riesa/Sachsen. Dieses Ranking basiert im wesentlichen auf 2805 Fragebögen, die Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine ausgefüllt hatten.

Ergänzt wurde der Test durch die Befargung von 1670 Privatpersonen. Zugleich wurden die Servicequalität der einzelnen Behörden telefonisch von Europressedienst abgefragt.

Bundesweit warten bei jedem zweiten Finanzamt Bürger länger als acht Wochen auf ihren Steuerbescheid. Nur 11,4 Prozent der Ämter verschickten innerhalb von vier Wochen einen Bescheid, 40 Prozent brauchten zwischen vier und acht Wochen.

Wenn allerdings der Steuerzahler eine Frist versäumt habe, seien die Ämter viel schneller: Dann hätten mehr als die Hälfte von ihnen nach spätestens 14 Tagen gemahnt.