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Neuss: Kein Licht am Ende des Tunnels

Neuss : Kein Licht am Ende des Tunnels

Auch in Deutschland drohen ein „Black out” im Energiebereich wie in USA und Italien oder ein Wasser-Notstand wie in Großbritannien, wenn im Bereich der Versorgungs- und Entsorgungsinfrastruktur nicht schnellstens und massiv investiert wird.

Dies stellten am Donnerstag auf einer Tagung in Neuss Vertreter der Wirtschaftsvereinigung Bauindustrie NRW fest.

Unterlassene Investitionen gefährdeten die Versorgungssicherheit mit gravierenden Konsequenzen für Wirtschaft und Bevölkerung, hieß es. Konkret: Über 30 Prozent der öffentlichen Kanalisation sind den Angaben zufolge sanierungsbedürftig.

Der Vorsitzende der Landesfachabteilung Leitungstiefbau in der Wirtschaftsvereinigung, Wolfgang Krah, bezifferte den bundesweiten Sanierungsbedarf auf rund 45 Milliarden Euro.

Ein besonders hoher Anteil entfällt dabei auf Nordrhein-Westfalen, für das nach Berechnungen des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in den nächsten Jahren rund zehn bis 15 Milliarden Euro veranschlagt werden müssen, wie die Düsseldorfer Staatssekretärin Christiane Friedrich bestätigte.

Kanalisation gehört zum Bereich der kommunalen Selbstaufgabe, die Kommunen haben damit Sorge zu tragen für ein Leitungsnetz, das rund 87000 Kilometer lang ist. Repariert werden davon jährlich nur bis zu 400 Kilometer in dem im Durchschnitt 50 Jahre alten Kanalnetz, so die Staatssekretärin. Bei den Hausanschlüssen sei der Bedarf bzw. der Notstand noch größer, hieß es auf der Tagung. Man gehe davon aus, dass 70 Prozent der Anschlüsse „irgendwie defekt”.

Angesichts der notwendigen Investitionssummen war der Verweis von Friedrich auf öffentliche Förderung und zinsgünstige Darlehen des Landes insbesondere für die hoch verschuldeten Kommunen nur ein schwacher Trost.