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Aachen: Kammerbezirk: Meister haben große Probleme

Aachen : Kammerbezirk: Meister haben große Probleme

Mehr als die Hälfte der rund 13 700 Handwerksbetriebe in der Aachener Region verzeichnen seit dem Frühjahr eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage.

Dies ergibt die Herbst-Umfrage der Handwerkskammer Aachen. Als wesentliche Ursachen für den Abschwung nannte Assessor Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, die große Zurückhaltung der Privathaushalte beim Konsum und die anhaltende Finanznot der öffentlichen Auftraggeber.

Der Auftragsbestand der Betriebe hat sich im Durchschnitt von 3,9 auf 3,4 Wochen verringert, vor allem das Metall- und das Bau- und Ausbaugewerbe zeigen hier niedrige Werte.

Zwei Drittel aller Betriebe kämpfen nach den Ergebnissen der Herbstumfrage mit steigenden Kosten beim Materialeinkauf, nur jeder fünfte Firmeninhaber jedoch will - oder kann - die Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben.

Zu verzeichnen sei ebenfalls eine sehr geringe Investitionsbereitschaft, so Barkey. Lediglich drei Prozent wollen im kommenden Jahr investieren, an eine Vergrößerung ihrer Belegschaft denken ebenfalls nur drei Prozent der Unternehmen.

Jeder vierte Meister war in den vergangenen sechs Monaten jedoch gezwungen, Stellen abzubauen, so dass die Gesamtzahl der Arbeitnehmer im Kammerbezirk Aachen von 115.000 im vergangenen Jahr auf rund 110.000 zurückgegangen ist.

Die Ergebnisse einer Sonderumfrage der Kammer zur Betriebsnachfolge zeige, dass der Generationswechsel im regionalen Handwerk zur Zeit in vollem Gange sei.

Mehr als 40 Prozent der Betriebsinhaber zwischen Erkelenz und Euskirchen werden sich in den kommenden zehn Jahren zurückziehen und geeignete Nachfolger suchen. Zur Hälfte finden die Firmeninhaber ihre Nachfolger im Kreis der Familie (39 Prozent) oder in den Reihen der Mitarbeiter (elf Prozent), so die Ergebnisse der Umfrage.

Bei 44 Prozent der in Zukunft betroffenen Unternehmen sei die Nachfolge bisher nicht geregelt. Dies bedeute jedoch gleichzeitig für rund 5800 junge Meister die Chance, den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen und eingeführte Unternehmen weiterzuführen, sagte Barkey.

Rund 370 Ausbildungsplätze seien bei der Handwerkskammer noch als offen gemeldet, darunter auch in gefragten Berufen wie Tischler oder Kfz-Techniker, teilte die Kammer am Donnerstag mit.

Bis zum Stichtag 30. September 2002 seien in diesem Jahr 2635 neue Lehrverträge abgeschlossen worden, bis Ende des Jahres rechnet die Kammer mit insgesamt 3100 neuen Ausbildungsverträgen, knapp fünf Prozent weniger als Ende 2001.