Aachen/Düren/Düsseldorf: Jugendliche sind häufiger aber kürzer arbeitslos

Aachen/Düren/Düsseldorf: Jugendliche sind häufiger aber kürzer arbeitslos

Auf dem regionalen Arbeitsmarkt zeigt sich ein hauchdünner Hoffnungsschimmer. Sowohl die Aachener als auch die Dürener Agentur für Arbeit verzeichnen einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Aachen waren im August 37375 Menschen arbeitslos gemeldet, im Vergleich zum Juli bedeutet das einen Rückgang um 478 beziehungsweise 1,3 Prozent.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozent auf 9,4 Prozent. Ein Blick in den August 2008 zeigt, dass es vor einem Jahr im Agenturbezirk 34.918 arbeitslos gemeldete Personen gab und damit 2457 beziehungsweise sieben Prozent weniger.

„Auf diesen Stand werden wir es so schnell nicht mehr bringen, aber die leichte Erholung ist ein positives Zeichen”, sagt Matthias Kaschte, Leiter der Agentur für Arbeit Aachen. Und weist darauf hin, dass es sich bei der rückläufigen Arbeitslosenzahl um tatsächliche Entlastungen handele. „Das ist keine Statistik, in der bestimmte Gruppen nicht mit eingerechnet wurden.”

Die Dürener Agentur für Arbeit meldet einen Rückgang um 98 beziehungsweise 0,9 Prozent auf 11.176 arbeitslos gemeldete Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet das ein Anstieg um 1163 beziehungsweise 11,6 Prozent Arbeitslose. Mit 8,5 Prozent ist die Arbeitslosenquote seit April dieses Jahres unverändert. Von einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt in seinem Bezirk möchte Harald Küst, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Düren, nicht sprechen. „Der regionale Arbeitsmarkt wird weiterhin durch die starke Inanspruchnahme der Kurzarbeit stabilisiert.”

Die Auftragseingänge in den Betrieben seien zwar gestiegen, aber das werde nicht ausreichen, um in den nächsten Wochen alle Kurzarbeiter wieder voll zu beschäftigen.

Die Anzeigen für Kurzarbeit haben indes nach ersten Erkenntnissen im August sowohl bei der Dürener als auch bei der Aachener Agentur erneut abgenommen. Bis zum 26. August wurden in Düren 18 Anzeigen für Kurzarbeit erfasst. Davon betroffen sind rund 287 Arbeitnehmer. Im Vormonat zeigten noch 29 Betriebe mit 741 betroffenen Mitarbeitern Kurzarbeit an. Im gleichen Zeitraum gab es in Aachen 53 Anzeigen über Kurzarbeit für 604 Mitarbeiter. Der höchste Stand wurde dort im April erreicht: An 17 Arbeitstagen gab es 153 Anzeigen über Kurzarbeit für 1923 Arbeitnehmern.

Weiterhin auf hohem Niveau ist die Arbeitlosigkeit bei den Unter-25-Jährigen. Allerdings habe sich die Dauer der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen verkürzt, heißt es von Seiten der Aachener Agentur für Arbeit. In ihrem Bezirk waren mit 4808 Personen im Vergleich zum August vergangenen Jahres 1150 beziehungsweise 31,4 Prozent mehr arbeitslos. Damit verschlechterte sich die Quote der Arbeitslosen unter 25 Jahre von 9,4 auf 8,8 Prozent. Im Bezirk der Dürener Agentur waren im August 1613 Personen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet. Das sind 241 als im Vorjahresmonat. Die Quote stieg von 9,0 auf 10,6 Prozent. „Die Unternehmen müssen die langfristige Sicherung ihrer Fachkräfte über die Krise hinaus im Blick behalten, sonst laufen die Jugendlichen Gefahr, zu Verlierern der Krise zu werden”, sagt Harald Küst.

Einen knappen Monat vor Ende des Ausbildungsjahres suchen über die Agentur für Arbeit Aachen noch 579 Mädchen und Jungen einen Ausbildungsplatz. 680 Lehrstellen sind als noch nicht besetzt gemeldet. Bei der Agentur für Arbeit Düren waren Ende August noch 166 Jugendliche weiterhin auf Ausbildungsplatzsuche. Demgegenüber waren 154 Stellen noch zu besetzen.

In Nordrhein-Westfalen sind derzeit noch 11.090 Ausbildungsplätze frei. Diesem Angebot stehen laut NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit 24.390 junge Leute gegenüber, die einen Ausbildungsplatz suchen. Insgesamt bleibe die Lage auf dem NRW-Arbeitsmarkt angespannt. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitlosen nur leicht um 1870 auf 828.210 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote beträgt wie schon im Juli 9,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 8,4 Prozent.