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Frankfurt/Main: Innovationspreis an Aachener Unternehmen Solvent

Frankfurt/Main : Innovationspreis an Aachener Unternehmen Solvent

Der Innovationspreis der deutschen Wirtschaft geht 2003 an den Triebwerkproduzenten MTU Aero Engines, den Optikspezialisten Leica Microsystems und den Aachener Hersteller von Industriesalzen Solvent Innovation.

Das gab der Wirtschaftsclub Rhein-Main, der die Ehrung gemeinsam mit dem Wochenmagazin „Wirtschaftswoche” ausschreibt, am Mittwoch in Frankfurt bekannt.

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn übergibt die Auszeichnungen bei einem Galaabend am Samstag in Frankfurt.

Die Solvent GmbH, die derzeit noch Untermieter der RWTH Aachen ist, entwickelt Salze, die bei Zimmertemperatur, oft auch bei weit darüber oder darunter liegenden Temperaturen, flüssig sind. Die Verdunstungsrate ist gleich Null.

Was klingt wie ein kurioser Erfolg der Grundlagenforschung versetzt Ingenieure in die Lage, unzählige Industrieprozesse vollkommen umzugestalten: Sie verlaufen um ein Vielfaches schneller und kosten nur noch einen Bruchteil dessen, was heute aufzuwenden ist.

In diesen Salzen, so genannten Ionischen Flüssigkeiten, lösen sich - je nachdem wie sie aufgebaut sind - nur ganz bestimmte Stoffe. Damit ähneln sie herkömmlichen Lösungsmitteln wie Wasser oder Öl: In der Salatsauce löst sich Zucker in Wasser auf, nicht jedoch in Öl.

Im Gegensatz zu klassischen, vor allem organischen Lösungsmitteln ist die Umweltbelastung gleich Null und die Flüssigkeiten verbrauchen sich nicht.

Sie lassen sich beispielsweise nutzen, um Dieselkraftstoff kostengünstig von Schwefel zu befreien, Voraussetzung für den Einsatz von Katalysatoren in Autos.

Auch zur Reinigung von gentechnisch hergestellten Pharmaka sind die Ionischen Flüssigkeiten geeignet.

„Täglich kommen neue Einsatzmöglichkeiten dazu”, sagen Entwickler Peter Wasserscheid und Geschäftsführer Claus Hilgers. Solvent gilt als Weltmarkt- und Technologieführer bei Produktion und Entwicklung Ionischer Flüssigkeiten.