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Aachen: Indien wirbt um Investitionen

Aachen : Indien wirbt um Investitionen

„Indische Filmteams lieben die europäische Kulisse. Sie drehen in der Schweiz, in Italien, in Ungarn. Deutschland würde wohl auch auf ihrer Liste stehen, wenn ihnen nur Visa ausgestellt würden.”

Diese Geschichte, die der neue Botschafter Indiens in Deutschland, T.C.A. Rangachari, am Dienstag beim Mittagsgespräch des Aachener Wirtschaftsrats der CDU zum Besten gab, sei symptomatisch für Beziehungen zwischen Indien und Deutschland.

„Indiens Image in Deutschland ist veraltet”, analysierte Rangachari in seinem Vortrag unter dem Titel „Indiens Standort in der aktuellen internationalen Situation und die Möglichkeiten des weiteren Ausbaus der deutsch-indischen Handelsbeziehungen”.

„Indien hat mittlerweile hohe Devisenreserven”, berichtete der Botschafter. „Wir sind heute in der Lage, in Deutschland zu investieren, deutschen Studenten einen Aufenthalt in Indien zu finanzieren.”

Die Zahl der Inder, die in Deutschland arbeiten oder studieren, seien aber nach wie vor gering. „Es gibt in Deutschland mehr Indonesier als Inder”, monierte Rangachari.

Durch die Entwicklung, die sein Land in den vergangenen zehn Jahren gemacht habe, bekomme die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien eine neue Perspektive: „Die Verbindung ist keine Einbahnstraße. In verschiedenen Sektoren können wir eine Win-Win-Situation herstellen.”

Die Felder der Zusammenarbeit müssten neu definiert werden. „Warum sollen das Land, das bei der Wirtschaftskraft mit an der Spitze steht, und das Land mit der am höchsten entwickelten Informationstechnologie nicht fruchtbar zusammenarbeiten?”