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Immer mehr Elektronik-Ärger im Auto

Immer mehr Elektronik-Ärger im Auto

Frankfurt (an-o) - Die immer komplexere Software in Autos ist Pannen-Ursache Nummer eins: Fehler in der Elektronik sind inzwischen für 55 Prozent der Ausfälle verantwortlich.

Dies räumten Automobilhersteller und Softwareexperten gestern auf der Fachtagung "Informatik 2003" in Frankfurt ein. Hauptursache sei das mangelnde Zusammenspiel zwischen Systemen verschiedener Zulieferer. Von 1998 bis 2001 sei die Zahl der Pannen, die durch fehlerhafte Software verursacht wurden, um 23 Prozent gestiegen. Andere Ursachen hätten nur um drei Prozent zugenommen. Werde nicht schnellstens gegengesteuert, könnten softwarebedingte Pannen in zehn Jahren zwei Drittel aller Defekte ausmachen, rechnet die Gesellschaft für Informatik (GI) vor.

Die Zahl der Pkw hat sich in 30 Jahren mehr als verdoppelt, die Zahl der Unfallopfer aber sank um 70 Prozent. "Dies ist zu einem Gutteil auf Systeme wie ABS oder ESP zurückzuführen", glaubt die GI. Allerdings häufen sich auch die Systempannen. Prof. Heinrich Mayr, Präsident der GI, macht dafür eine fatale Kombination aus immer kürzeren Entwicklungszyklen und immer komplexeren IT-Systemen verantwortlich. "Wir sollten von den Ingenieuren lernen - auch was Gründlichkeit angeht."

Er wünsche sich einheitliche Standards für alle Hersteller, Zulieferer und Programmierer. Auch die Werkstätten sind nicht selten überfordert. In einem undurchschaubaren Systemverbund sei es extrem schwer, festzustellen, wo der Fehler liege. Die Werkstatt tausche dann gerne mal die Steuergeräte aus und schicke sie ein. Doch der Hersteller kann am Einzelgerät keinen Fehler entdecken. "Das ist ineffektiv und viel zu teuer."