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Aachen: Im Such-Dschungel der Bundesagentur verirrt

Aachen : Im Such-Dschungel der Bundesagentur verirrt

Der Ende des vorigen Jahres gestartete Online-Auftritt der Bundesagentur für Arbeit (BA), http://www.arbeitsagentur.de , erweist sich nicht nur als kostspielig, sondern auch als fehlerhaft und umständlich.

Unsere Leser machten uns auf die Schwächen dieser Internetseite aufmerksam. Auf Nachfrage bestätigte die Hotline der BA, dass es täglich viele Beschwerden gebe.

Und es hätte so schön sein können. Das virtuelle Arbeitsamt sollte jeden Tag, rund um die Uhr Arbeitssuchenden zur Verfügung stehen.

Offene Stellen sollten somit schneller besetzt werden, und den Arbeitslosen sollte ein umfassender Service geboten werden.

Ende Februar kam aber bereits ans Licht, dass die Kosten von den geplanten 35 Millionen Euro bis 2008 auf 165 Millionen Euro heraufschnellen dürften.

Der Vorstand habe davon seit August gewusst, verschwieg aber diese riesige Kostenexplosion, hieß es in Nürnberg.

Der Projektleiter Jürgen Koch wurde inzwischen von seinem Posten entbunden, und die Nürnberger Staatsanwaltschaft überprüft derzeit, ob Korruption im Spiel ist.

Die Betroffenen, das geht aus den Leseranrufen hervor, halten die Internetseite der BA für alles andere als nützlich. Sie ist umständlich, weil mehrmals durchgeklickt werden muss, um die gewünschte Arbeitsstellenliste zu erreichen, und dabei lange Formulare auszufüllen sind, lauteten die Klagen der Leser.

Hinzu kommt, dass die erwünschte Suche wegen „technischer Probleme” oft plötzlich beendet wird. Beanstandet wurde auch, dass für Arbeitssuchende ohne Führerschein die Seite sehr unpraktisch sei, denn wer bei der Suche eingebe, er habe keine Fahrerlaubnis, bekomme trotzdem alle Suchergebnisse, wobei nur jede fünfte Stelle sich für Bewerber ohne Führerschein eignet.

Die Service der Hotline beschränkt sich auf das Weiterleiten der Beschwerden an die Nürnberger Verwaltung.

Anrufer erhalten von der Agentur keinerlei Reaktion. Da dürfte es niemand überraschen, dass die Hotline bisher keinen Rückgang der Beschwerdenzahl festgestellt hat.