Aachen: IHK-Umfrage: Unternehmen weiter zuversichtlich

Aachen: IHK-Umfrage: Unternehmen weiter zuversichtlich

Trotz drohender dunkler Wolken am Horizont: Die Zeichen für eine weitere gute Wirtschaftsentwicklung der Unternehmen in der Region seien günstig. Dies betonte Jürgen Drewes, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, am Dienstag bei der Präsentation der Herbst-Konjunkturumfrage.

Allerdings werde das hohe Tempo der Entwicklung gedrosselt. 331 Unternehmen mit mehr als 39 200 Beschäftigten gaben ihre Einschätzungen weiter. Jedes zweite befragte Unternehmen wertet seine aktuelle Situation als gut. Zwei von drei Industriebetrieben sprechen von gestiegenen Umsätzen im vergangenen Halbjahr.

Laut Drewes haben sich die Geschäftserwartungen eingetrübt. Die „überwiegend positive Investitionsbereitschaft der Unternehmen und die gestiegenen Auftragsbestände sind jedoch ein Indiz, dass die Wirtschaft auch in den kommenden Monaten weiter wachsen wird”, ist er überzeugt. Als größte Risiken werden die Entwicklung der Inlandsnachfrage und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen eingeschätzt. Für Eintrübung sorge, so die IHK, auch die Schuldenproblematik der europäischen Staaten.

Bei den regionalen Industriebetrieben wird die Lage der Unterjavascript:{}nehmen im Vergleich zum Frühjahr als rückläufig, aber immer noch deutlich positiv bewertet. Lediglich vier Prozent der Befragten melden eine schlechte Geschäftslage. Und über die Hälfte der Unternehmen spricht von einer guten Lage.

Als positiv wertet der IHK-Chef zudem, dass die durchschnittliche Auslastung der Produktionskapazitäten bereits zum siebten Mal in Folge gestiegen sei und mit 83 Prozent nur knapp den Höchstwert von vor vier Jahren erreiche. Nur geringfügig verschlechtert habe sich, so Drewes, die Geschäftslage bei den Dienstleistern. Die Lage bleibe auf hohem Niveau. Jeder zweite Betrieb dieser Branche nenne seine aktuelle Situation gut, nur sieben Prozent gingen von einer schlechten Lage aus. Knapp die Hälfte erfreue sich an gestiegenen Umsätzen.

Im Handel hat sich die gute Lage „leicht verschlechtert”, wie es hieß, sei aber weiter positiv. Jeder zweite Marktteilnehmer melde eine gute Lage, nur vier Prozent seien nicht zufrieden.

Einen deutlichen Rückgang verzeichnet die Kammer in der Bauwirtschaft, eine Folge der auslaufenden Konjunkturprogramme. Dennoch spreche eine deutliche Mehrheit von guten Geschäften; ein Drittel der Betriebe ist zufrieden, zehn Prozent nicht.

Neben den „Turbulenzen” auf den Finanzmärkten sieht die Kammer in der weiteren Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise Risiken für die Wirtschaftsentwicklung. Gerade letzteres Problem gelte es, so Drewes, insbesondere mit Blick auf die im Raum Düren ansässige Papierindustrie intensiv zu beobachten, um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern.

Bei den Exporten meldet die Hälfte der Industrieunternehmen steigende Umsätze in den vergangenen Monaten. Für die nahe Zukunft hätten sich die Aussichten allerdings eingetrübt. Dennoch erwarte ein Drittel einen Zuwachs bei den Auslandsgeschäften.

Trotz aller schwindenden Zuversicht geht die IHK nicht von einem Ende der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aus. Jedes vierte Unternehmen rechne in den kommenden Monaten mit dem Einstellen zusätzlichen Personals.

Das Fazit von Jürgen Drewes: Angesichts der nicht mehr ganz so guten Perspektiven von einer Rezession zu sprechen, sei „Unsinn und übertrieben”. Auch die steigende Kaufkraft sei neben der zunehmenden Beschäftigung ein Indikator für eine weiterhin gute Wirtschaftsentwicklung. Aus der vergangenen Krise seien die Unternehmen gestärkt hervorgegangen.

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