IHK Aachen sieht regionale Wirtschaft positiv

Konjunkturumfrage : IHK Aachen sieht regionale Wirtschaft positiv

Fast 340 befragte Unternehmen im Bereich der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) rechnen mehrheitlich nicht mit einem Einbruch der Geschäfte. Aber der Fachkräftemangel bleibt die große Sorge.

Die Firmen der Region bleiben mehrheitlich optimistisch mit Blick auf die Konjunkturentwicklung. Fast 40 Prozent der Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistung und der Baubranche verzeichnen weiterhin gute Auftragslagen.

Der Geschäftsklimaindex liegt nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) derzeit bei 38 Punkten, einem stabilen Wert. Er errechnet sich aus der Differenz der Firmen, die ihre aktuelle Geschäftslage positiv sehen, abzüglich derer, die derzeit eine schlechte Lage ihres Unternehmens hinnehmen müssen. Befragt wurden 337 Betriebe in der Städteregion und den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg, in denen fast 32.000 Menschen arbeiten.

Den Unternehmen gehe es nach wie vor gut, so Michael F. Bayer Hauptgeschäftsführer der IHK: „Wir haben keinen deutlichen Abschwung zu erwarten“. Es gebe allerdings Herausforderungen mit Blick auf das Exportgeschäft und die Chancen der Firmen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter, machte Bayer deutlich.

Die Branchen

In der Industrie machen weiterhin fast 50 Prozent der befragten Unternehmen gute Geschäfte. Zwölf Prozent sind mit ihrer Auftragslage hingegen unzufrieden. 25 Pozent sind mit Blick auf die Zukunft optimistisch und erwarten keinen Auftragseinbruch. Auch der Groß- und Einzelhandel meldet eine gute Geschäftslage. 50 Prozent sind zufrieden, nur zwei Prozent hat Schwierigkeiten.

Nach Einschätzung der IHK profitiert die Branche besonders vom stabilen Arbeitsmarkt. Die Arbeitsmarktzahlen sind mit 6,2 Prozent Arbeitslosen im Bezirk der Kammer seit Januar 2018 gleichbleibend hoch. Bundesweit ist der Wert gleichzeitig gesunken. Hier sind mittlerweile noch 4,9 Prozent arbeitslos. Im Dienstleistungssektor hat sich die Geschäftslage hingegen deutlich verschlechtert. Die Umsätze sind hier sogar um 20 Prozent gesunken. Trotzdem bleiben 50 Prozent der Dienstleister optimistisch, dass es besser weitergeht.

Die über Jahre boomende Baubranche sticht erneut hervor. Kein einziger Bauunternehmer gibt an, unzufrieden zu sein. Da wundert es fast, dass lediglich 60 Prozent eine gute aktuelle Geschäftslage sehen. „Alle haben genug zu tun. Mann kommt jetzt wohl zur Abarbeitung der Aufträge, die sich angesammelt haben“ so Bayer.

Die Probleme  

Aus dem Ausland erwarten die Firmen derzeit keinen Auftragszuwachs und auch die Binnennachfrage  sehen 45 Prozent aller Unternehmer als Risikofaktor. Doch die größten Sorgen macht den Firmen nach wie vor mit 60 Prozent das Thema „Fachkräftemangel.“ Brisant ist das vor allem, weil 25 Prozent der Firmen angeben, weitere Mitarbeiter einstellen zu wollen. Besonders hoch ist der Personalbedarf derzeit im Metallverarbeitungs- und Baugewerbe.

Der Blick nach vorn

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzt Bayer Hoffnungen in die Politik. Ein Zuwanderungsgesetz könne helfen, qualifizierte Fachkräfte an Deutschland zu binden. Auch Kollegen aus Belgien und den Niederlanden berichten der IHK vermehrt von einem Arbeitskräftemangel in der Pflege. Der Geschäftsführer der Kammer fordert aber auch Engagement der Unternehmen bei der Attraktivität der Arbeitsplätze.

Homeoffice, Arbeitszeitverkürzung und die Einrichtung von Firmen-Kitas könnten Antworten sein auf berechtigte Forderungen der Arbeitnehmer bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wobei ihm die Digitalisierung keine Angst macht: Aus zwei neuen Studien schließt Bayer, dass hier simultan zum Abbau von Arbeitsplätzen andere Jobs entstehen. „Nur eben in anderen Branchen“ so Bayer.

Mehr von Aachener Nachrichten