Aachen/Geilenkirchen: Ideen, die Klima, Geldbörse und Gesundheit schonen

Aachen/Geilenkirchen: Ideen, die Klima, Geldbörse und Gesundheit schonen

Angesichts des Klimawandels gibt es eine zentrale Frage: Wie können wir in Zukunft in einer klimafreundlichen Gesellschaft leben? Eine Antwort darauf und auf viele weitere Fragen, die mit ihr zusammenhängen, möchte das Verbraucherparlament finden.

Dessen 150 Parlamentarier kommen am morgigen Freitag zum ersten Mal zusammen. Eingeladen hat sie die Verbraucherallianz fürs Klima. Die Parlamentarier stammen aus ganz Deutschland und tagen unter dem Motto „Der Verkehr von morgen” in Berlin.

Wer dabei sein will, musste sich bewerben - über 400 Bürger haben das getan. Zu denen, die ausgewählt wurden, gehört Ursula Bender. Sie lebt in Aachen und arbeitet als Stadtplanerin in Mönchengladbach. „Wenn es darum geht, den CO2-Verbrauch zu verringern, ist jeder einzelne gefragt”, sagt sie. Es werde viel auf Industrie und Politik geschimpft, statt zu schauen, was man selbst in seiner unmittelbaren Umgebung tun kann. „Wie man sich fortbewegt, ist doch eine individuelle Entscheidung.”

Wann immer möglich, lässt Ursula Bender das Auto stehen und fährt mit dem Fahrrad. Zum Beispiel morgens zum Hauptbahnhof. Dort parkt sie und nimmt den Zug nach Mönchen-Gladbach. Abends geht es dann mit dem Fahrrad wieder vom Bahnhof aus zurück. „Das kommt nicht nur dem Klima zugute, sondern auch Gesundheit und Geldbörse.” Gerade in der Stadt habe man viele Möglichkeiten, aufs Auto zu verzichten, sagt sie. Bloß ein wenig fahrradfreundlicher könnten viele Städte, darunter auch Aachen, ihrer Meinung nach sein.

In ihrer Arbeitsgruppe im Verbraucherparlament möchte Ursula Bender unter anderem darauf zu sprechen kommen, wie man Fahrradfahren für Menschen attraktiver machen kann, die nicht so sportlich sind. „Aachen ist topographisch sehr hügelig, deshalb wäre es toll, wenn man dort in größerem Stil Elektrofahrräder fördern würde.” Auf das Verbraucherparlament aufmerksam geworden ist sie über die Homepage der Kampagne „für mich. für dich. fürs klima”. Dort wurde zum Mitmachen aufgerufen.

Über einen anderen Weg hat Harald Hartenstein aus Geilenkirchen von der Aktion erfahren. Der 62-jährige Frührentner und durch eine Anzeige der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenverbände (Bagso) auf das Verbraucherparlament gestoßen. Bagso ist Mitglied der Verbraucherallianz fürs Klima. „Ich habe das Infomaterial angefordert und mich sofort beworben”, sagt Harald Hartenstein. Er tritt er dafür ein, mehr Bahn und Bus zu fahren. „Das ist nicht nur gut fürs Klima, sondern ist auch angenehm und macht Spaß.”Da er keinen Führerschein hat, nutzt er seit Jahrzehnten öffentliche Verkehrsmittel. „Ich finde es schade, dass so viel über die Bahn gemeckert wird”, sagt er. Das Unternehmen habe zu Unrecht ein schlechtes Image bei den Verbrauchern.

Einzig die Preise seien oft übertrieben, gerade für Familien. Ein Punkt, den er im Verbraucherparlament einbringen möchte. Am Donnerstagabend treffen sich die Parlamentarier, um Organisatorisches zu erfahren. Den ganzen Freitag über wird diskutiert. Am Ende des Tages verabschieden die Verbraucher ein gemeinsames Papier mit ihren Vorschlägen. Die Verbraucheralllianz fürs Klima wird diese Inhalte und Entscheidungen in die politische Debatte einbringen. Das Verbraucherparlament macht so die Stimme der Verbraucher hörbar und nutzt ihre Einflussmöglichkeiten. Harald Hartenstein macht sich am Donnerstagmorgen auf den Weg. Natürlich per Zug.

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