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Sozialplan vereinbart: Hutchinson: Belegschaft bleibt nicht im Regen stehen

Sozialplan vereinbart : Hutchinson: Belegschaft bleibt nicht im Regen stehen

Das Aachener Hutchinson-Werk schließt definitiv zum Ende des Jahres, doch die Stammbelegschaft bleibt zumindest finanziell nicht vollends im Regen stehen. Für 231 Beschäftigte wurde nach langem Ringen ein Sozialplan nebst Transfergesellschaft vereinbart.

Für Hassan Darashafaei ist der heutige Donnerstag ein guter Tag, und das nicht nur, weil er seinen 60. Geburtstag feiert. Der Betriebsratsvorsitzende des Aachener Hutchinson-Werks kann jetzt auch mit einem guten Gefühl auf die aufwühlenden vergangenen Wochen und Monate zurückblicken und sagen: „Ich glaube, alle Kollegen können zufrieden sein, alles hat doch noch ein gutes Ende genommen.“ Für die 231 fest angestellten Mitarbeiter des Werks – Hutchinson hatte in Aachen zuletzt auch noch bis zu 270 Leiharbeiter beschäftigt – stehen Sozialplan und Interessenausgleich, außerdem wird eine Transfergesellschaft gegründet. Die Beschäftigten erhalten damit nach Angaben des Betriebsrats finanzielle Abfindungen und können in der Gesellschaft bis zu einem Jahr lang zu 85 Prozent ihres bisherigen Nettoeinkommens angestellt bleiben. „Wir haben unter dem Strich zu 85 Prozent das bekommen, was wir wollten“, sagt Darashafaei.

Danach hatte es vor knapp zwei Monaten noch nicht ausgesehen. Mitten in den laufenden Verhandlungen über den Sozialplan schockte der Arbeitgeber die Belegschaft, indem er quasi im Vorbeigehen 231 Kündigungen verteilen ließ. Der Betriebsrat zog vors Arbeitsgericht, wo im Schlichtungsverfahren eine Einigungsstelle einberufen wurde. Dort wurde schließlich der Kompromiss gefunden, dem sich jeder einzelne Mitarbeiter noch bis zum morgigen Freitag anschließen kann. 126 Beschäftigte können laut Betriebsrat ab dem 1. September der Transfergesellschaft beitreten, die übrigen folgen schrittweise – sobald sie für die letzten Arbeiten nicht mehr benötigt werden. Spätestens am 31. Dezember gehen in dem Werk des großen Automobilzulieferers in Aachen dann die letzten Lichter aus.