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Kreuzau/Köln: Hoesch: „Die Marke ist unser Kapital”

Kreuzau/Köln : Hoesch: „Die Marke ist unser Kapital”

Nach einer wirtschaftlichen Talfahrt, die 2001 einsetzte, sieht der führende deutsche Hersteller von Bade,- Dusch- und Whirlwannen aus Sanitäracryl wieder Land in Sicht.

Die Kreuzauer Firma Hoesch Design meldet sich zurück. Im nächsten Jahr, so versicherte Geschäftsführer Peter F. J. Schmitz bei einer Präsentation in Köln, werde das 262 Jahre alte Familienunternehmen die Früchte des „Repositionierungsprogramms” einfahren und wieder stabile Betriebsergebnisse und bessere Wachstumsraten aufweisen .

Für den gesamten deutschen Markt bleibt Schmitz dagegen skeptisch. Die entscheidende Belebung der Binnennachfrage werde noch auf sich warten lassen. Deshalb setzt Hoesch verstärkt auf das Auslandsgeschäft und will den Export-Anteil von jetzt 35 in drei bis fünf Jahren auf über 50 Prozent steigern.

Recht offen analysierte Schmitz die Ursachen, die zur Krise in den letzten Jahren führten. Neben der allgemeinen Nachfrageschwäche - der deutsche Sanitärmarkt ging seit 2001 um 19 Prozent ( rund eine Milliarde Euro) zurück - nannte er auch hausinterne Gründe.

Dazu zählten vor allem zu lange Innovationszyklen, vernachlässigte Markenpflege und unwirtschaftliche Prozessabläufe. Bereits nach zwölf Monaten habe das Restrukturierungskonzept Ergebnisse gebracht, so Schmitz. Durch die verbesserte Produktionslogistik sei die Produktivität um 25 Prozent gestiegen und der Ausschuss um 72 Prozent zurückgegangen.

Gleichzeitig konnte die Produktion in Kreuzau um ein Viertel gesteigert werden. Das Werk in Südafrika, das vorwiegend für Handelsserien produzierte, wurde verkauft. Schmitz: „Es ist gelungen, Arbeitsplätze aus dem Billiglohnland Südafrika nach Deutschland zurückzuholen und hier zu wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren.”

Allerdings hat die völlige Umgestaltung des Unternehmens auch in Kreuzau Arbeitsstellen gekostet. Noch im August kam es zu 70 Freisetzungen. Die Hoesch GmbH & Co KG produziert jetzt mit rund 500 Mitarbeitern an den Standorten Kreuzau (330), Andernach (120) und Namibia (50). Die Personalgröße hält Schmitz für optimal. An einen weiteren Abbau ist nicht gedacht.

Zur Neu-Positionierung gehört neben verstärkten Export-Anstrengungen, einer Straffung des Sortiments auch die Forcierung des Markengeschäfts mit „Hoesch Design” im oberen Preissegment und die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit internationalen Designern.

Es werde in Zukunft zu einer deutlicheren Abgrenzung gegenüber den Handelsmarken kommen, kündigte Schmitz an. Die Hoesch-Zweitmarke „Pacifica” wurde bereits aufgegeben.

In Zukunft soll noch stärker der Grundsatz gelten. „Die Marke ist unser Kapital.” Im Augenblick trage die Marke Hoesch Design 70 Prozent zum Ergebnis bei. Der Rest stamme von den Handelsserien. Von der Menge her sei es umgekehrt. In Zukunft soll der Ergebnisbeitrag der Marke 90 Prozent ausmachen.

Hoesch erzielte im Geschäftsjahr 2003 einen Umsatz von 82 Millionen (2002: 115 Millionen) Euro. Der Exportanteil betrug 35 Prozent.