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Kreuzau: Hoesch: Aus Südafrika nach Kreuzau zurück

Kreuzau : Hoesch: Aus Südafrika nach Kreuzau zurück

Wenn von Standortverlagerungen die Rede ist, handelt es sich normalerweise um eine Einbahnstraße: Nach Osteuropa oder in die Dritte Welt. Bei der Hoesch Metall+Kunststoffwerk GmbH in Kreuzau verläuft der Weg umgekehrt.

Der Marktführer in Deutschland bei Bade- und Duschwannen aus Acryl trennt sich von seinen Standorten in Südafrika und Namibia und verlagert die Produktion zurück.

Einziger Wermutstropfen: Im Verwaltungsbereich in Kreuzau sollen 35 Stellen sozialverträglich abgebaut werden.

Den ungewöhnlichen Schritt erläuterte Hoesch-Geschäftsführer Peter F. J. Schmitz am Dienstag in einem Gespräch mit unserer Zeitung: „Die Gründe, die in den 90-er Jahren für eine Produktionsverlagerung gesprochen haben, sind heute nicht mehr zutreffend. Enorme Lohnsteigerungen, höhere Transport- und Rohmaterialkosten sowie wesentlich ungünstigere Wechselkurverhältnisse hätten Afrika ins Hintertreffen geraten lassen. Südafrika ist kein Billiglohnland mehr.”

Die Produktionsverlagerung in das Stammwerk Kreuzau, die mit umfangreichen Investitionen verbunden ist, soll bis zum 31. 3. 2004 abgeschlossen sein soll. Schmitz denkt an eine Verdopplung der Produktion.

Bei entsprechender Nachfragebelebung sind Neueinstellungen im Fertigungsbereich geplant. Schmitz: „Keine 100, aber mehr als 20.”

Am Standort Kreuzau werden künftig unter der Marke Hoesch Design hochwertige Artikel für den Wellness-Bereich produziert wie Whirlpools und Dampfbäder und besonders gestylte Wannen. Parallel dazu läuft die Fertigung von Handelsserien unter verschiedenen Namen.

Hoesch beschäftigt weltweit 830 Mitarbeiter, davon 408 in Kreuzau. Nachdem man 2002 bei einem Umsatz von 115 Mill. Euro rote Zahlen schrieb, rechnet Schmitz für 2003 mit einem ausgeglichenen Ergebnis.

Die Konsumzurückhaltung hat bis Juni im deutschen Geschäft für einen Rückgang gesorgt, während die Auslandsmärkte zwischen zehn und 15 Prozent zulegten. Schmitz: „Wir sehen vorsichtige Anzeichen einer Besserung im zweiten Halbjahr.”

Der Export liegt bei 35 Prozent und soll vor allem durch Engagements in Asien und USA gesteigert werden.