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Köln/Aachen: Haus aus zweiter Hand schlägt Neubau

Köln/Aachen : Haus aus zweiter Hand schlägt Neubau

Bei der Suche nach Wohneigentum entscheiden sich immer mehr Verbraucher für eine Immobilie aus zweiter Hand statt für einen Neubau. „Der Neubau ist heute nur noch in der Rolle des Statisten”, sagte Gregor Schneider vom bundesweit größten Vermittler von Wohnimmobilien, LBS Immobilien (Münster), am Mittwoch in Köln.

„Wohneigentum ist nach wie vor gefragt. Es wird jedoch immer weniger gebaut, dafür aber umso mehr gekauft”, sagte er. Noch vor zehn Jahren war bei den Immobilientransaktionen in Nordrhein-Westfalen das Verhältnis zwischen Neu- und Altbau nahezu ausgeglichen. Im vergangenen Jahr kamen auf einen Neubau schon mehr als drei Käufe von Gebraucht-Immobilien.

Die Neubautätigkeit hat 2007 mit der Fertigstellung von 45.000 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen den niedrigsten Stand seit 1988 erreicht. „Derzeit werden jährlich 15.000 Wohnungen zu wenig gebaut”, betonte Schneider. Da in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Haushaltungen bis 2020 noch zunehme, werde es auf dem Wohnungsmarkt enger. Die Folge seien steigende Mieten. Im Durchschnitt zahlten die Erwerber eines Gebraucht-Eigenheimes wie im Vorjahr 170.000 Euro.

Nach Angaben von Schneider passen die neuen Besitzer ihr Haus im Regelfall durch Modernisierungsinvestitionen den heutigen Wohn- und Energiestandards an und wenden dafür im Mittel 25.000 Euro auf.

Bei den Preisen zeichnet sich ein uneinheitliches Bild in NRW ab. Landesweit kostet das Eigenheim - Reihenhaus oder Doppelhaushälfte - als Neubau nach einer LBS-Erhebung vom Frühjahr 2008 im Durchschnitt 194.000 Euro. Dieser Angebotspreis sei seit drei Jahren unverändert, sagte Schneider. Bei einem gebrauchten Reihen- oder Doppelhaus werden aktuell 159.000 Euro im Schnitt verlangt, rund 4000 Euro weniger als vor einem Jahr. Bei den Eigentumswohnungen liegen die Quadratmeterpreise derzeit bei einem Neubau bei 1765 Euro, bei einer Gebrauchtimmobilie mit 1122 Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Ein Ranking der NRW-Städte mit mehr als 250.000 Einwohnern zeigt laut LBS Immobilien, dass Düsseldorf und Köln am teuersten sind. Für ein neues Reihenhaus werden 2008 in Düsseldorf 360.000 Euro verlangt, für ein gebrauchtes im Durchschnitt 290.000. In Köln kostet ein neues Reihen- oder Doppelhaus 315 000 Euro, ein gebrauchtes 250.000 Euro.

Als teuer gelten auch Bonn, Wuppertal, Aachen, Münster, Essen und Mönchengladbach. Dabei sind in Aachen gebrauchte Reihenhäuser und Doppelhaushälften mit 230.000 Euro rund 4,2 Prozent günstiger zu haben als im vergangenen Frühjahr. Ein Reihenhaus-Neubau kostet im Schnitt unverändert 265000 Euro.

Stabil sind in Aachen auch die mittleren Quadratmeterpreise für neue ( 2250 Euro) und gebrauchte (1550 Euro) Eigentumswohnungen.