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Düsseldorf: Harte Tarifrunde in NRW-Metallindustrie

Düsseldorf : Harte Tarifrunde in NRW-Metallindustrie

Die nordrhein-westfälische Metall- und Elektroindustrie steht vor einer harten Tarifauseinandersetzung. Zum Auftakt der Verhandlungen im drittgrößten Metallbezirk am Dienstag in Düsseldorf kündigte der Bezirksleiter Oliver Burkhard sofortige Warnstreiks an, wenn sich bis Ende Oktober keine Fortschritte in den Gesprächen mit den Arbeitgebern zeigten.

Die Metallarbeitgeber verlangten für den Fall dagegen eine Denkpause, um einen Streik zu vermeiden, was die IG Metall wiederum ablehnte.

Für die gut 700.000 Beschäftigten der Branche in NRW fordert die Gewerkschaft Einkommensverbesserungen von acht Prozent. Das ist die höchste Forderung seit 16 Jahren. Für die Zuschläge habe die IG Metall trotz der Finanzmarktkrise gute Argumente, sagte Burkhard. Der derzeit noch laufende Tarifvertrag läuft Ende Oktober aus und damit auch die Friedenspflicht.

Als unerfüllbar und unrealistisch bezeichneten die Arbeitgeber die Gehaltsforderung der IG Metall. Sie verweisen dabei vor allem auf die einsetzende wirtschaftliche Abschwächung.

„Wir hoffen auf die Einsicht der Gewerkschaft”, betonte der Verhandlungsführer und NRW-Metallarbeitgeberchef, Horst-Werner Meier-Hunke. Am Abend wurden die Verhandlungen wie im Bezirk Brandenburg und Berlin vertagt, wo die Tarifpartner ebenfalls in die Tarifrunde 2008 eingestiegen waren. Gestartet waren die Verhandlungen Anfang Oktober in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

In den Auftaktverhandlungen rechnete Meier-Hunke dem Tarifpartner vor, dass das Forderungsvolumen alleine in NRW fast 2,8 Milliarden Euro erreichen würde. Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen hätte sich in den vergangenen zwei bis drei Wochen aber noch einmal deutlich verschlechtert. „Die Krise ist bei den Betrieben angekommen, nur bei den Gewerkschaften nicht”, betonte Meier-Hunke. Er forderte intelligente Lösungen, um die 37.000 neu geschaffenen Arbeitsplätze in NRW nicht zu gefährden.

Ein Angebot legten die Arbeitgeber in NRW, wie zuvor schon in anderen Bezirken, nicht vor. Meier-Hunke zufolge wollen die Metallarbeitgeber voraussichtlich erst in der dritten Verhandlungsrunde ihr Angebot auf den Tisch legen. Der Arbeitgeberchef zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Tarifpartner noch in diesem Jahr auf einen Abschluss verständigen werden.