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Aachen: Handwerks-Novelle ist „vertretbar”

Aachen : Handwerks-Novelle ist „vertretbar”

Nach Einschätzung der Handwerkskammer Aachen (HWK) ist die Novellierung der Handwerksordnung (HWO), die am Freitag Bundestag und Budesrat passierte, „vertretbar und vernünftig”.

Dies sagte HWK-Hauptgeschäftsführer Ralf W. Barkey.

Kern der überarbeiteten HWO ist die Trennung der Gewerke in zwei Kategorien: 41 der 94 Handwerksberufe (rund 44 Prozent) unterliegen auch weiterhin der Meisterpflicht, in den übrigen Gewerken kann man sich künftig ohne berufliche Qualifikation selbstständig machen.

Bei näherem Hinsehen, so Barkey, bleibt die Meisterpflicht in den wesentlichen Gewerken erhalten: So machen diese Berufsgruppen 88 Prozent der Betriebe, 82 Prozent der Beschäftigten und 95 Prozent der Lehrlinge aus.

Der ursprüngliche Reformvorschlag dagegen „hätte den Gesichtspunkt der Ausbildungsleistung, der uns besonders wichtig war, völlig außer Acht gelassen”, so Barkey. Dies wäre ein Hoororszenario gewesen. Allein im Kammerbezirk Aachen, sagte er, hätten in diesem Jahr rund 800 Ausbildungsplätze mehr geschaffen werden können, „wenn unsere Betriebe nicht so verunsichert worden wären.”

Nun hofft Barkey, „dass dieser vernünftige Kompromiss nicht mehr angetastet wird”. Die Bundesregierung wollte ursprünglich den Meisterzwang nur noch in 29 gefahrengeneigten Gewerke.

Da aber nun auch zusätzlich die Ausbildungsleistung berücksichtigt wird, fallen beispielsweise Bäcker oder Friseure ebenfalls darunter. Zudem können sich Gesellen künftig ohne Meisterprüfung in ihrem Beruf selbstständig machen, wenn sie diesen mindestens sechs Jahre ausgeübt haben und davon insgesamt vier Jahre in leitender Stellung tätig waren.

Eine solche Ausübungsberechtigung wird jedoch nicht für Schornsteinfeger, Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Zahntechniker erteilt.