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Zu starke Rolle?: Handwerk warnt vor „Staatswirtschaft“ in der Corona-Krise

Zu starke Rolle? : Handwerk warnt vor „Staatswirtschaft“ in der Corona-Krise

Im Handwerk werden Befürchtungen über eine zu starke Rolle des Staates in der Corona-Krise laut. Man dürfe nicht „in neue Dimensionen der Staatswirtschaft schlittern“, etwa durch Staatsbeteiligungen an Unternehmen oder schuldengetriebenes Wachstum.

Das erklärte der Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Andreas Ehlert, am Mittwoch. Zudem warnte er vor staatlichen Fördermaßnahmen und anderen Eingriffen, mit denen der freie Wettbewerb verzerrt und dadurch bestimmte Firmen benachteiligt werden.

Ehlert mahnte die strenge Einhaltung von Hygieneregeln an. „Je konsequenter wir dabei sind, desto eher können wir neue Eingriffe in das Wirtschaftsleben vermeiden.“

Die Handwerkskammer erstreckt sich über den Düsseldorfer Regierungsbezirk, sie zählt zu den größten ihrer Art in Deutschland. Sie vertritt 60.000 Unternehmen und damit fast ein Drittel der 193.000 Handwerksbetriebe in NRW.

Die Organisation legte am Mittwoch zudem ihr Herbstgutachten vor, demzufolge sich die Stimmung unter den Handwerkern zuletzt verbessert hat. Vor allem im Bau und in Gesundheitsberufen läuft es gut, zu letzteren gehören Augenoptiker, Hörgerätakustiker und Zahntechniker. Die Situation ist im Handwerk allerdings unterschiedlich. Kammerchef Ehlert sagte, dass in Coronavirus-Zeiten „einzelne Berufe vom Maßschneider über den Messebauer bis zum Metzger auch stark gebeutelt sind“.

(dpa)