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Berlin: Handwerk befürchtet lahmeres Reformtempo

Berlin : Handwerk befürchtet lahmeres Reformtempo

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat in der Mitte der Legislaturperiode vor einem drohenden Reformstau gewarnt.

Er befürchte, dass sich die großen Volksparteien nicht auf die notwendigen strukturellen Reformen verständigen können, sagte ZDH-Präsident Dieter Philipp am Dienstag in Berlin.

Daher sei es wichtig, wenigstens die beschlossenen Vorschläge umzusetzen, die vor allem den Mittelstand entlasten könnten. Hier sei die Politik insgesamt gefordert.

Das Handwerk hoffe sehr, dass die Föderalismus-Kommission zu vernünftigen Ergebnissen kommt, um Blockaden zu lösen und Zuständigkeiten der Länder klarer abzugrenzen.

Die konkreten Vorschläge, auch die vom ZDH, müssten angepackt und im Zusammenspiel von Bundestag und Bundesrat umgesetzt werden. Dies sei auch im Interesse der Konjunktur unerlässlich.

Die am Vortag gemeldete Verbesserung bei der Auftragslage stütze sich auf die Exporte und ginge am Handwerk vorbei. Für 2004 müsse beim Handwerk mit einem Rückgang bei Umsatz und Beschäftigung gerechnet werden.

Die Umstrukturierung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) tritt in dieser Woche in die letzte Phase.

Zunächst werden die Handwerkskammern und die 42 angeschlossenen Fachverbände ihre Vollversammlungen durchführen, sagte Philipp. Am Donnerstag trete dann die ZDH-Vollversammlung zusammen.

Bei Satzungsänderungen sei jeweils eine Zustimmung von 75 Prozent nötig. Es sei daran gedacht, die Führung zu straffen und den Handwerksrat ganz abzuschaffen.

Einen gewissen Diskussionsbedarf gebe es noch beim Stimmenausgleich zwischen den einzelnen Fachverbänden, räumte Philipp ein.