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Handel rollt rotenTeppich aus

Handel rollt rotenTeppich aus

Düsseldorf (an-o/lnw/Nachr.) - Der Einzelhandel rollt den roten Teppich aus: Mit Frühaufsteherrabatten, Bonuspunkten und Gutscheinen versuchen Unternehmen, die Kauflust der Bundesbürger zu wecken. Denn die Branche erwartet das schlechteste Geschäftsjahr der Nachkriegsgeschichte.

Seit dem Dezember 2001 erzielte die Branche bis Juli acht Mal in Folge weniger Umsatz als im gleichen Monat des Vorjahres. "Dies hat es noch nie gegeben", betont der Präsident des Hauptverbandes Deutscher Einzelhandel (HDE), Hermann Franzen, am Donnerstag in Düsseldorf.

Im 1. Halbjahr sei der Umsatz des klassischen Einzelhandels um 4,7 Prozent auf 174,4 Milliarden Euro gesunken. Real gerechnet sei der Privatverbrauch in dieser Zeit um 6,3 Milliarden gesunken. Der Anteil des Einzelhandels am Privatkonsum sackte auf 28,7 Prozent ab. Wegen der desolaten Lage erwartet der HDE in diesem Jahr etwa 25.000 Geschäftsaufgaben und Pleiten. Mehr als 30.000 Arbeitsplätze werden gestrichen. Mehr als jedes vierte Unternehmen wolle Lehrstellen streichen.

Preis entscheidendes Kriterium

"Die Verbraucher zeigten sich beim Einkauf so zurückhaltend wie noch nie", meinte der Düsseldorfer Porzellanhändler. Die Angst vor Arbeitlosigkeit und Aktienverluste würden vielen Deutschen den Spaß auf schöne Dinge im Leben vermiesen. Wenn gekauft wird, sei der Preis derzeit meist das entscheidende Kriterium, sagte Franzen mit Blick auf die Discounter. Der Facheinzelhandel sei einer der größten Verlierer der Konsumflaute.