Niederzier: Grünes Licht für Kohlentransport

Niederzier: Grünes Licht für Kohlentransport

Nach gut sechsjähriger Bauzeit hat Tagebaubetreiber RWE Power am Montag am Kohlebunker bei Niederzier-Ellen (Kreis Düren) die neue Trasse der konzerneigenen Hambachbahn offiziell in Betrieb genommen.

Auf ihr werden in Zukunft jährlich bis zu 45 Millionen Tonnen Braunkohle aus dem Tagebau Hambach in die Kraftwerke und Veredelungsbetriebe des Energiekonzerns im Rhein-Erft-Kreis transportiert.

Rund 130 Millionen Euro hat RWE in das Projekt investiert. Die neue zweigleisige Trasse ist rund 15 Kilometer lang und verläuft über weite Strecke parallel zur künftigen A4 und zur Eisenbahnstrecke Aachen-Köln. Sie wurde aus Gründen des Lärmschutzes bis zu 15 Meter tiefer gelegt. Dafür mussten rund sechs Millionen Kubikmeter Erdreich abtransportiert werden.

„Die neue Strecke sorgt dafür, dass die Braunkohle weiter zuverlässig und sicher zur deutschen Stromversorgung beiträgt“, erklärte Matthias Hartung, Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG. Er unterstrich allerdings auch, dass die konventionelle Stromerzeugung im Zuge der Energiewende unter enormem wirtschaftlichen Druck stehe.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien nehme den konventionellen Anlagen Einsatzstunden und ziehe die Großhandelspreise für Strom in den Keller. „Aber Wind und Sonne stehen eben nicht auf Knopfdruck zur Verfügung. Das können nur unsere Anlagen, die dafür permanent in Bereitschaft gehalten werden sollen“, betonte Hartung. Eine Aufgabe, die es jedoch nicht zum Nulltarif gebe. „Wir benötigen ein neues Strommarktdesign, einen diskriminierungsfreien Kapazitätsmarkt, um auch künftig einen wirtschaftlichen Kraftwerksbetrieb und damit Versorgungssicherheit aufrechterhalten zu können“, lautete seine Forderung.

(ja)