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Aachen/Düren/Düsseldorf: Goldener Herbst auf dem Arbeitsmarkt der Region

Aachen/Düren/Düsseldorf : Goldener Herbst auf dem Arbeitsmarkt der Region

Der übliche Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt fällt in diesem Jahr in der Region unterschiedlich aus. Überraschend deutlich war der Rückgang der Arbeitslosenzahl im Aachener Bezirk von September auf Oktober um 1311 Personen. Im Vorjahr lag die Besserung lediglich bei 600 Personen.

„Der erfreuliche und in dieser Höhe nicht zu erwartende Rückgang der Arbeitslosenzahlen verdeutlicht die stabile Verfassung des Arbeitsmarktes”, kommentierte Matthias Kaschte, Leiter der Arbeitsagentur Aachen, die Entwicklung. Allerdings liegt die Zahl der Arbeitslosen um 1455 über der des Vorjahres.

Die Stammbelegschaft gehalten

Im Bereich Düren fiel der Herbstaufschwung wesentlich schwächer aus: Gegenüber September ist die Arbeitslosenzahl um 77 oder 0,7 Prozent gesunken, während sie im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch um zwei Prozent gesunken war. Insgesamt hat sich die Arbeitslosigkeit im Bezirk Düren im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 1057 Personen oder elf Prozent erhöht. Im Oktober waren 10.678 Personen arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 8,1 (Vorjahr: 7,3) Prozent. Nach Angaben der Dürener Agentur für Arbeit haben die Arbeitgeber „in einem nicht gekannten Ausmaß” an ihren Mitarbeitern mit Kurzarbeit und verringerten Arbeitszeiten festgehalten. Doch angesichts einer zögerlichen wirtschaftlichen Erholung werde sich der Druck auf den Arbeitsmarkt deutlich erhöhen, befürchtet die Agentur. So liege auch die Anzahl der Stellenangebote für Oktober um 29 Prozent unter dem Vorjahr. Ein Höhepunkt der Arbeitslosigkeit dürfte im Dürener Raum zu Beginn des Jahres 2010 erreicht werden.

Die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt im Aachener Bezirk führt die Agentur für Arbeit vor allem auf den Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit zurück. Im Vergleich zum September sind 433 Jugendliche weniger arbeitslos. Ende Oktober waren 34602 Personen im Bereich der Aachener Agentur ohne Beschäftigung. Zum sechsten Mal in Folge sank die Arbeitslosenquote. Sie fiel von neun Prozent im September auf 8,7 Prozent. Zählt man zu den gemeldeten Arbeitslosen noch die Personen hinzu, die sich im Oktober in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befanden, ergibt sich ein trüberes Bild für den Arbeitsmarkt: Die Unterbeschäftigung liegt dann bei 45.152 Personen.

Die Arbeitgeber in der Region meldeten im Oktober mit 1733 exakt 153 weniger offene Stellen als im Vormonat. Eine wichtige Rolle am Arbeitsmarkt im Aachener Bezirk spielt, allerdings mit abnehmender Tendenz, die Kurzarbeit. Hochgerechnete Zahlen für Oktober gehen von 50 neuen Anzeigen für rund 720 Personen aus.

„Probleme noch nicht gelöst”

Die Herbstbelebung und die anhaltende Kurzarbeit haben die Arbeitslosenzahl in Nordrhein-Westfalen zum dritten Mal in Folge gedrückt. Im Oktober waren 784.315 Menschen ohne Arbeit, 16450 weniger als im September, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent. Trotz einer sich aufhellenden wirtschaftlichen Stimmung bleibe die Gesamtlage aber angespannt.

„Die Probleme sind nicht gelöst. Die prognostizierten Wachstumsraten reichen nicht aus, um das Beschäftigungsniveau zu halten”, sagte die Chefin der NRW- Regionaldirektion, Christiane Schönefeld. Im Vergleich zum Oktober 2008, dem Beginn der Wirtschaftskrise, hat sich die Zahl der Arbeitslosen in NRW um neun Prozent erhöht. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei weiterhin verhalten. Bei der Arbeitslosenquote gibt es regional noch immer erhebliche Unterschiede: Während sie im Münsterland bei 5,4 Prozent liegt, beträgt sie im Ruhrgebiet 11,4 Prozent.

Seit November 2008 bis Ende Oktober 2009 seien 628.500 Menschen in NRW arbeitslos geworden, weil sie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verloren haben. 95.650 von ihnen kamen aus Branchen des verarbeitenden Gewerbes, das seien rund 60 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2007/2008. Die zweitgrößte Gruppe waren Zeitarbeitsunternehmen mit 90.700 Arbeitslosmeldungen (+ 37 Prozent). Aus Handelsunternehmen kamen 75.750 (+ 15 Prozent) und aus dem Baugewerbe 42.780 Neuzugänge (+ 10 Prozent).