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Wiesbaden: Goldene Zeiten für Dauer-Telefonierer

Wiesbaden : Goldene Zeiten für Dauer-Telefonierer

Nachdem im vergangenen Jahr die Kosten für das Telefonieren und die Internetnutzung nur leicht gesunken sind, könnte der Markt 2005 wieder in Bewegung kommen.

Vor allem neue Dienste wie die dritte Mobilfunkgeneration UMTS und die Internet-Telefonie sorgen nach Ansicht von Branchenvertretern für neue Impulse.

Im vergangenen Jahr waren die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent zurück gegangen.

Deutlich günstiger als im Jahresdurchschnitt 2003 wurde 2004 das Surfen im Internet. Es verbilligte sich um 3,3 Prozent.

Die Preise für Festnetztelefonie erhöhten sich hingegen vor allem wegen höherer Anschluss- und Grundgebühren leicht um 0,2 Prozent, während die Telefontarife für sich genommen sanken. Mobiltelefonieren wurde im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent günstiger.

Der Boom bei den Breitband-Internetanschlüssen und entsprechenden Angeboten für Internettelefonie werde sich voraussichtlich jedoch auch auf diese Tarife auswirken, sagte die Sprecherin des Verbandes der Telekom-Konkurrenten VATM, Eva-Maria Ritter.

Bisher sei Internet-Telefonie allerdings noch weit vom Massenmarkt entfernt. Auch die Deutsche Telekom, deren Festnetztochter T-Com mit rund 5,7 Millionen von 6,6 Millionen DSL-Anschlüssen auf diesem Markt fast über ein Monopol verfügt, sieht für das laufende Jahr allenfalls ein „paar 10 000 Kunden” für die Internet-Telefone im privaten Bereich. Das sei vor allem ein Angebot für Technikbegeisterte, sagte Konzernsprecher Walter Genz.

Internet-Telefonie

Der Verband der Internetprovider eco Forum glaubt ebenso wenig an einen Massenmarkt für die Internet-Telefonie in diesem Jahr. Allerdings seien die Kosten für den Internetzugang und die Datenübertragung in Deutschland im internationalen Vergleich noch sehr hoch, sagte eco-Vorstand Klaus Landefeld. In diesem Bereich gebe es Spielraum nach unten.

Vor allem werde eine Entbündelung von Telefon- und Internetanschluss kommen, so dass Internetnutzer nur noch eine Leitung für Datendienste und Telefonie benötigten. Dadurch lasse sich ein Teil der Grundgebühr einsparen. Für den Mobilfunk geht VATM-Sprecherin Ritter von sinkenden Tarifen aus.