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Köln: Freudentage für Gaumenfreunde

Köln : Freudentage für Gaumenfreunde

Die neuesten Trends hinsichtlich Essen und Trinken zeigt von Samstag an die weltgrößte Nahrungsmittelmesse Anuga in Köln.

Fast 6000 Aussteller aus mehr als 90 Ländern präsentieren bis zum 15. Oktober ihre Neuheiten. Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Schau werden erneut 164000 Besucher erwartet.

„Ein Trend der diesjährigen Messe sind Convenience-Speisen, die sich mit wenigen Handgriffen in eine komplette Mahlzeit verwandeln lassen”, sagt Anuga-Sprecherin Christine Hackmann.

Angeboten werden etwa Pasta mit Sauce im Becher - verzehrfertig in drei Minuten - oder auch vorbereitete Vorspeisen-Teller. „Die Menschen verwenden nicht mehr so viel Zeit auf die Essenszubereitung und bestücken die Tiefkühltruhe.”

Auch Fitness- und Wellness-Produkte nähmen eine wichtige Rolle auf der diesjährigen Schau ein: „Das sind Lebensmittel, die durch Zusätze die Gesundheit fördern sollen, beispielsweise Yoghurts.”

Aber auch Getränke mit Inhaltsstoffen wie Aloe Vera, Ingwer, Artischocke oder grünem Tee. Es gibt auch Sonderschauen, die sich mit neuen Milchprodukten oder Biokost befassen.

„Die Nachfrage nach Bioprodukten hat nach den Lebensmittelskandalen der vergangenen Jahre zugenommen”, sagt Hackmann. So sei die Zahl der Aussteller, die Bioprodukte anbieten, von 600 im Jahr 2001 auf 800 in diesem Jahr gestiegen.

Bei der Zubereitung liege die „Cross-Over-Küche” im Trend, das Mixen verschiedener Geschmacksrichtungen also. Für Puristen der gepflegten Küche sind die Rezepte wohl schlecht verdaulich - für Köche der internationalen Avantgarde jedoch bieten sie Herausforderungen.

„In der Spitzengastronomie wird heute nicht mehr streng getrennt, sondern das Gute aus den einzelnen Küchen zu völlig neuen Geschmackserlebnissen verbunden”, erläutert Hackmann.

Minze-Joghurt zum Stockfisch oder Jakobsmuscheln mit Blutwurst und Korallenpulver sind Kreationen, die Starköche aus Metropolen den fortgeschritteneren Genießern anbieten.

Die Vorreiter der „gekreuzten Küche” beziehen auch Aromen ein, die für normale Restaurant-Besucher nicht in ein Gericht gehören.

Die Tabak-Mousse zum Beispiel besteht aus Eiern, Milch, Sahne, Vanillemark sowie einem Esslöffel fein gehackten Pfeifentabaks. „Sowas will und kann nicht jeder Koch. Das ist hochexperimentelle Küche, die seit einigen Jahren im Trend ist”, sagt Hackmann.

Laut der Expertin kommen die bunten Kreationen auch beim Verbraucher an. Schließlich sei eine Pizza Hawaii „auch nicht das, was man als originale italienische Küche bezeichnen kann.”