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Brüssel: EU-Minister diskutieren Klimaschutz-Auflagen für Autos

Brüssel : EU-Minister diskutieren Klimaschutz-Auflagen für Autos

Im Ringen um Klimaschutz-Auflagen für Autos will Bundeswirtschaftsminister Michael Glos weiterhin eine Unterscheidung nach Fahrzeugtypen erreichen. „Wenn man Äpfel, Birnen, Pampelmusen und Erdbeeren in einen Korb wirft, hat man noch lange keine Fortschritte bei der Obsteinlagerung erreicht”, sagte er am Montag in Brüssel.

Es sei deshalb falsch, die CO2-Reduzierung mit allzu strengen Vorschriften anzustreben. Man müsse der „Individualität verschiedener Autohersteller” gerecht werden, sagte er nach einem Treffen der für Wettbewerbsfähigkeit zuständigen Minister der EU-Staaten, das er als Ratspräsident geleitet hatte.

Die EU-Staaten hätten nach wie vor Standpunkte, die von der Konkurrenz unter ihren Autoherstellern geprägt sei, gab Glos zu. „Wenn man etwa schaut, wo Konzernzentralen sitzen oder auf der anderen Seite europaübergreifende Zuliefer-Industrien”, dann erschließe sich das. Italien und Frankreich fordern dem Vernehmen nach einheitlichere und strengere Vorschriften für verschiedene Auto-Typen als etwa Deutschland, wo es mehr Hersteller von Luxusautos gibt.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen sagte, es lasse sich „überhaupt noch nicht sagen, wie die konkrete Gesetzgebung aussieht”, um das Klimaschutzziel von 120 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2012 zu schaffen. Die EU-Kommission will das Ziel aber nicht nur den Autoherstellern aufbürden, sondern auch durch umweltfreundlichere Kraftstoffe erreichen.

Bis zum Herbst will sie Vorschläge machen. Verheugen betonte, dass es auch darum gehe, die sozialen Folgen der geplanten Richtlinie im Auge zu behalten. „Wir wollen nicht, dass bestimmte Autos in Europa nicht mehr hergestellt werden können und die entsprechenden Arbeitsplätze verloren gehen.”