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Brüssel: EU bleibt beim Zucker hart

Brüssel : EU bleibt beim Zucker hart

Die Zuckerrübenbauern in Deutschland müssen weiter mit der Angst vor der Neuordnung des Marktes leben.

Denn wer gehofft hatte, dass die EU-Kommission nach dem Wechsel und dem Ausscheiden des bisherigen Agrar-Kommissars Franz Fischler von ihrer umstrittenen Vorlage abrücken würde, sieht sich getäuscht.

Bei einer Experten-Anhörung vor dem Europäischen Parlament in Brüssel verteidigte die EU-Kommission ihre umstrittenen Pläne, die für die deutschen Zuckerrüben-Landwirte einer Preissenkung von 37 Prozent vorsehen würde. Aber man zeigte sich gesprächsbereit.

Vor allem das Alternativmodell des Parlaments-Berichterstatters Jean-Claude Fruteau stieß bei den Zuhörern auf großes Interesse.

Er regte an, die geplante Preissenkung niedriger ausfallen zu lassen (statt 37 nur 20 Prozent), den geplanten Ausgleich für die Landwirte bei 60 Prozent aber zu belassen.

Außerdem will Fruteau einen Fonds gründen, aus dem zusätzliche Unterstützungen für soziale Härtefälle gezahlt werden könnten.

Übereinstimmung allerdings gab es bei der Anhörung wenigstens in einem Punkt: Dass den ärmeren Ländern, die von der Zucker-Herstellung leben, geholfen werden müsse, sei keine Frage, hieß es.

Der abrupte Übergang, den die EU-Kommission aber nun durch den Druck der Welthandelsorganisation WTO ausübe, sei jedoch auch keine Hilfe.

Auch die übrigen Experten, die deutsche Sicht vertrat Hans-Jörg Gebhardt von der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker, lehnten die Kommissionspläne zum Teil scharf ab.

Sie befürchten, dass allein in der Bundesrepublik bis zu 30.000 Arbeitsplätze und entsprechend viele Höfe, die sich auf die Produktion von Zuckerrüben spezialisiert haben, wegfallen.