Aachen/Eupen: Eine Ausbildung für zwei Länder

Aachen/Eupen: Eine Ausbildung für zwei Länder

Wer in Deutschland eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann macht und später auf Jobsuche in der benachbarten deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien geht, hatte bisher ein Problem: Sein Ausbildungszeugnis wurde nicht unbedingt anerkannt.

Gleiches gilt für belgische Azubis, die in Aachen einen Job annehmen wollen.

Das wird sich nun ändern. Am Donnerstag haben Vertreter der Industrie- und Handelskammer Aachen und der deutschsprachigen Gemeinschaft einen entsprechenden Vereinbarung zur „Bidiplomierung im Einzelhandel” unterzeichnet.

Die Bidiplomierung soll jungen Arbeitnehmern die Bewerbung in de Nachbarregion erleichtern. Um das jeweilige Zertifikat des Nachbarlandes zu erwerben, müssen die jungen Kaufleute dort eine Zusatzprüfung ablegen, mit der kleine Unterschiede in den Ausbildungsanforderungen ausgeglichen werden sollen. Wer will, kann zuvor einen Vorbereitungskurs besuchen.

„Arbeits- und Kundenmäkte enden nunmal nicht an den Landesgrenzen”, begründet Oliver Paasch, Bildungsminister der deutschsprachigen Gemeinschaft die Zusammenarbeit. IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes fügt hinzu: „Damit wird Europa gelebt und die Mobilität der jungen Menschen in der Euregio weiter erhöht.” Allerdings sei eine Bidiplomierung nur in den Berufen möglichen, in denen die Inhalte der Ausbildung ähnlich seien, betonte Patrick Bonni. Im Bereich der Informationstechnologie (IT) und der Zerspannungstechnik sieht der Direktor des Instituts für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand (Eupen) Möglichkeiten für weitere Zusammenarbeit.

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