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Monschau: Ein Mann der guten Ideen und großen Pläne: Hans Georg Weiss

Monschau : Ein Mann der guten Ideen und großen Pläne: Hans Georg Weiss

Es ist gerade mal ein gutes Jahr her, da feierte er seinen 80. Geburtstag. Und in einem Interview hatte er, der jung gebliebene Unternehmer und Politiker, Visionen, Pläne, Perspektiven für seine Heimatstadt Monschau beschrieben: für ein Wellness-Hotel und eine Antiquitätenstraße zum Beispiel.

Ganz zu schweigen von Projekten für seinen großen Betrieb. Immer war er unterwegs: körperlich und geistig, planend und vorausschauend. Nie wirklich rastend, sondern in ständiger Dynamik.

Hans Georg Weiss, der - man kann es so formulieren - legendäre Seniorchef der Firma „Weiss-Druck+Verlag” Monschau ist am Montagvormittag im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Der schmerzliche Verlust für seine Familie trifft gleichzeitig ganz Monschau und die gesamte Eifel-Region; denn weit über sein berufliches Wirken hinaus hat Hans Georg Weiss Akzente gesetzt, die der Eifel gut taten: in der Kultur, im Tourismus und im Vereinswesen. Der Monschauer Ehrenbürger, dem im vergangenen Jahr eine Straße gewidmet wurde, hatte bei seinen vielen Aktivitäten stets seine Heimat und ihre Entwicklung im Blick.

Die alteingesessene Druckerfamilie Weiss, seit 1875 in der Branche tätig, nahm einen einzigartigen Aufschwung, als Hans Georg Weiss die Geschäfte übernahm. Hier darf man ohne Übertreibung von einer Erfolgsgeschichte reden, von einer langen Liste der Ideen, der Kreativität, auch der Risikoabwägung und des Mutes.

Was er nicht alles begonnen und erfolgreich angepackt hat! Und manches Mal wurde er am Anfang belächelt, zum Beispiel, als er 1966 den „Wochenspiegel” gründete, ein Anzeigenblatt für den damaligen Kreis Monschau. Schon zwei Jahre später dehnte Hans Georg Weiss das Verbreitungsgebiet auf den Kreis Schleiden aus, dann auf Euskirchen und Daun-Gerolstein, schließlich auf die gesamte Eifel und das Moselgebiet. 1990 folgte das unternehmerische Engagement in Hoyerswerda, dann in Dresden und Leipzig, und unter Federführung seines Sohnes Georg konnte 1994 ein neues Druck- und Verlagshaus in Neuwiese/Bergen in Sachsen eröffnet werden.

Heute hat die Weiss-Gruppe über 1200 fest angestellte Mitarbeiter. Der „Wochenspiegel” erreicht in Ost und West eine wöchentliche Auflage von 3,1 Millionen Exemplaren, rund 80 in hoher Qualität gedruckte Zeitschriften werden produziert. Dazu kommen unzählige Prospekte, Fachblätter, Beilagen und Stadionzeitungen sowie Bücher. Weiss gehört zu den modernsten und führenden Verlags- und Druckhäusern in Deutschland.

Das ist in der Hauptsache Verdienst des Seniorchefs, der auch eine beachtliche politische Karriere hinlegte. 1961 wurde er für die CDU in Stadtrat und Kreistag gewählt, von 1964 bis zur kommunalen Neugliederung war er Landrat, dem NRW-Landtag gehörte er von 1970 bis 1990 an, unter anderem als Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses.

Vollständig ist er mit seinen zahlreichen Talenten und Ämtern nicht zu beschreiben, der lebenslustige Schützenkönig und heitere Drehorgelmann und der Initiator der wieder auferstandenen Monschauer Festspiele auf der Burg. Hans Georg Weiss war ein Individualist und tatsächlich eine einzigartige Persönlichkeit.