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Aachen: Ein dünner Schlauch mit preiswürdigem Innenleben

Aachen : Ein dünner Schlauch mit preiswürdigem Innenleben

Das Produkt ist eigentlich nur ein ganz dünner Schlauch.

Aber dieser Schlauch ist in der Lage, durch eine poröse Membran Wasser so fein zu filtern, dass selbst Krankheitserreger wie Bakterien und Viren keinen Weg hindurch finden.

Eine so innovative Technologie, dass die Puron AG damit auf regionaler und auf Landes-Ebene jeweils den ersten Platz im Gründerwettbewerb holte.

Bundesweit gehörten die Aachener immerhin zu den drei Nominierten - und unterlagen in Berlin nur knapp, wie Klaus Voßenkaul, einer der Firmengründer, von der Jury erfuhr.

Sind Sie enttäuscht, den Preis doch nicht gewonnen zu haben.

Voßenkaul: Nein, nicht wirklich. Sicher möchte man, wenn man so weit gekommen ist, auch Erster werden. Aber die Entscheidung war so knapp, dass die Jury zeitweise sogar überlegt hat, in unserer Kategorie zwei erste Plätze zu vergeben. Da dürfen wir nicht enttäuscht sein. Wir sind stolz, dabei gewesen zu sein. Das war eine echte und wertvolle Erfahrung.

In welcher Beziehung?

Voßenkaul: Es war sehr spannend. Wir haben mit Politik-Prominenz bis hin zum Bundespräsidenten sprechen können, überregionale Medien auf uns aufmerksam gemacht, auch wenn da nicht alle Versprechen eingehalten wurden. Vor allem war es aber wichtig, von einer unabhängigen Jury bewertet zu werden. Denn für eine junge Firma ist es eine der ersten Hürden, Vertrauen zu schaffen. Vertrauen in die Technik und in die Firma. Da ist eine solche Bewertung ausgesprochen wertvoll.

Welchen Nutzen wollen Sie daraus ziehen?

Voßenkaul: Ganz konkret werden wir mit diesem Wettbewerbsergebnis im Rücken in den nächsten neun bis zwölf Monaten einen zweiten Venture-Investor in die Firma holen. Außerdem werden wir unsere Auslandsaktivitäten ausbauen können.

In welche Richtung?

Voßenkaul: Wir werden bald noch einmal zu einem Coaching durch McKinsey, die ja auch am Preis beteiligt sind, nach Berlin fliegen. Da treffen wir auch amerikanische Wasserexperten. Die uns beim Schritt über den Teich helfen wollen.

Sind sie schon im Ausland aktiv?

Voßenkaul: Ja, aber bisher nur im Pilotstadium. Wir haben je eine Anlage in Spanien, Belgien, England und Ende Juli in Österreich, und zwei in den USA. Das Abschneiden beim Gründerpreis wird in diese Aktivitäten aber sicher neue Dynamik bringen.