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Aachen: EDV treibt die Konjunktur an

Aachen : EDV treibt die Konjunktur an

Zügig hat die regionale Wirtschaft an die Gesamtkonjunktur angekoppelt und damit nach dem Strukturwandel im Aachener Revier schneller Anschluss gefunden.

Der Aufschwung steht vor der Tür, berichtete die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen am Donnerstag bei der Vorlage der Ergebnisse der Konjunkturumfrage.

Vor allem der Dienstleistungssektor erhöht die Drehzahl, Ausnahme ist hier lediglich die Versicherungswirtschaft, erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes.

Für den Einzelhandel bleibe - nach dem schlechten Weihnachtsgeschäft - die Lage schwierig. Am Bau sei der Wendepunkt noch stets nicht erreicht.

Höhere Erträge

Die Ertragslage habe sich bislang nur bei den Dienstleistungen gebessert, dies gelte vor allem für das Kreditgewerbe und die EDV-Branche als die „Konjunkturlokomotive”. In der Industrie kämen Aufschwungsignale von den Vorleistungs- und Investitionsgüterherstellern, die als Frühzykliker eine wirtschaftliche Belebung als erste in den Auftragsbüchern spüren.

Die Exportentwicklung scheine, so Drewes, bislang trotz der Aufwertung des Euro stabil zu sein, doch spüre offenbar der regionale Maschinenbau bereits den internationalen Preiswettbewerb. „Der Euro kann kritisch werden”, sagte der Hauptgeschäftsführer.

Schwache Nachfrage

Noch nicht so recht in Schwung gekommen ist die Binnenentwicklung. „Die Impulse aus der teilweise vorgezogenen Steuerreform werden eher gering bleiben. Neue Belastungen für die privaten Haushalte stellen die Veränderungen aus der Gesundheitsreform dar.” Dies spürten etwa der Einzelhandel und das Ernährungsgewerbe.

Auf dem Arbeitsmarkt sei zwar „mehr als ein Stillstand” zu erwarten, doch würden Beschäfigungs-effekte grosso modo erst bei Wirtschaftswachstumsraten von zwei Prozent eintreten.

Aber in einigen Sektoren sei in einem halben Jahr mit nennenswerten Neueinstellungen zu rechnen. Zur Zeit stockten nur unternehmensnahe Dienstleister das Personal auf.