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Hamburg: Edeka hängt die Konkurrenz ab

Hamburg : Edeka hängt die Konkurrenz ab

Die Handelsgruppe Edeka, Hamburg, hat sich im 100. Jubiläumsjahr auf Wachstum und Ertragsstärke ausgerichtet und will ihren Marktvorsprung ausbauen. „Wir werden den Ausbau der Gruppe ganz konsequent umsetzen”, kündigte der Vorstandsvorsitzende der Edeka AG, Alfons Frenk, am Mittwoch an.

Bis 2010 sollen jährlich 200 Edeka-Märkte (350.000 qm Verkaufsfläche) neu hinzukommen sowie mehr als 100 Netto-Discount-Filialen. Dann will Edeka einen Marktanteil von 30 Prozent in Deutschland haben. Derzeit betrage er 26 Prozent und liege acht Prozentpunkte vor dem Marktzweiten Rewe, Köln, so Frenk. Neben internem Wachstum kündigte der Manager auch einen Zukauf im Lebensmitteleinzelhandel für eine Milliarde Euro an.

Die ersten vier Monate des Geschäftsjahres 2007 haben Edeka in eine „sehr gute Stimmung” versetzt. Der selbstständige Einzelhandel habe in diesem Zeitraum um rund vier Prozent zugelegt. „Wir sind sehr zuversichtlich, diese Entwicklung fortschreiben zu können”, sagte Frenk.

Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland erhöhten sich 2006 um 2,0 Prozent auf 30,2 Milliarden Euro. 6642 Edeka-Märkte wurden von selbstständigen Einzelhändlern geführt. Der Umsatz der gesamten Gruppe belief sich auf 37,2 Milliarden Euro (minus 2,3 Prozent). Jüngst hatte sie die zu Marktkauf gehörenden, verlustbringenden Baumärkte an Rewe verkauft. Mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,1 Milliarden Euro (plus 14 Prozent) präsentierte Edeka für 2006 das beste Resultat der Firmengeschichte.

„Die Konzentration auf unser Kerngeschäft in Deutschland zahlt sich aus”, sagte Frenk. Die 2003 eingeleitete Konsolidierung sei „höchst erfreulich” abgeschlossen worden. Die Ertragsprognosen durch die Käufe der angeschlagenen Spar und des Netto-Marken-Discount hätten sich erfüllt.

Mit einer Umsatzrendite von 3,5 Prozent (2005: 3,1) gehöre die Edeka-Gruppe zu den renditestärksten in Deutschland. „Das haben wir uns im härtesten Lebensmittelmarkt der Welt erarbeitet.” Deshalb ist Frenk auch für die Folgejahre zuversichtlich. Er kündigte an, dass der Discount-Bereich mit derzeit 1100 Filialen „engagiert” ausgebaut werde. Durch die erstmalige Konsolidierung von Netto Stavenhagen wies der Bereich für 2006 ein Umsatzplus von rund 39 Prozent auf 4,13 Milliarden Euro aus.

Bei Marktkauf will sich Frenk nun auf die „Positionierung des SB-Warenhaus-Geschäfts” konzentrieren. Für das Umsatzminus von 3,9 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro sei vor allem die Baumarkt-Sparte verantwortlich gewesen.

Umsatzeffekte verspricht sich Frenk auch davon, dass die operative Führung der Marktkauf-Standorte auf die Edeka-Regionalgesellschaften wie etwa Edeka Rhein-Ruhr übertragen wird.

Insgesamt beschäftigte die Edeka-Gruppe 253.000 Mitarbeiter, 12.300 mehr als 2005. In Bielefeld entsteht ein IT-Zentrum mit 250 Arbeitsplätzen.