E-Mobilität in NRW: Aachen soll die meisten Ladesäulen bekommen

Aachen als Vorreiter : Die Städte arbeiten an der Verkehrswende

Aachen soll in zwei Jahren eines der dichtesten Ladesäulennetze für E-Mobile in NRW haben. Auch in anderen Städten steigt die Zahl der öffentlichen Ladepunkte an.

Die Großstädte in Nordrhein-Westfalen wollen die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladesäulen erheblich aufstocken. Allein in Köln sollen spätestens bis Ende 2020 nach Angaben der Stadt 200 weitere Ladesäulen fertig werden. Derzeit gibt es in der größten Stadt in NRW 85 öffentlich zugängliche Ladesäulen des Versorgers Rhein­energie. Hinzu kommen 50 weitere öffentliche Ladepunkte anderer Anbieter. In der Regel befinden sich an einer Ladesäule zwei Ladepunkte.

In Aachen, wo die E-Mobilität maßgeblich entwickelt wurde und wird, gibt es bislang etwa 50 Ladesäulen, doch auch dort soll es so nicht dabei bleiben. Bis Ende 2020 sollen 475 weitere Ladesäulen dazukommen, wie der städtische Energieversorger Stawag am Montag erklärte. Insgesamt würde die Zahl in der Stadt Aachen damit auf etwa 525 steigen, die alle mit Ökostrom versorgt werden. An jeder Ladesäule gibt es zwei Ladepunkte. Theoretisch könnten demnach Ende 2020 in Aachen 1050 E-Mobile zugleich mit Strom versorgt werden. Aachen ist damit, gemessen an der Einwohnerzahl, auch in diesem Bereich Vorreiter in Nordrhein-Westfalen. Der Bund hat über ein Förderprogramm vier Millionen Euro für die neuen Ladesäulen bereitgestellt.

Um für eine gleichmäßige Verteilung der Ladesäulen zu sorgen, hat Essen das Stadtgebiet in 200 mal 200 Meter große Einheiten aufgeteilt, die Standorte für E-Ladesäulen werden sollen. Bisher sind 155 Anträge auf die Erlaubnis zum Aufstellen einer Ladesäule eingegangen, etwa 80 vom Essener Energieversorger Innogy, weitere 75 von einem Unternehmen aus Berlin. Ende vergangenen Jahres gab es nach Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft in Essen erst 40 öffentliche Ladesäulen. In ganz NRW waren es gut 1350.

Bislang die meisten Ladesäulen in NRW hat Düsseldorf, wo die Stadtwerke nach Angaben der Stadt derzeit mehr als 110 betreiben. „Düsseldorf kann sich mit der Dichte der Ladestationen sehen lassen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD). Laut Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft gibt es in Deutschland nur in Hamburg, Berlin, München und Stuttgart mehr öffentlich zugängliche Ladepunkte. Es bleibe für die Städte aber noch viel zu tun, sagte Geisel. „Wir müssen gegenüber der Bundesregierung noch viel stärker auf eine echte Verkehrswende drängen.“ Dazu gehörten vor allem auch öffentliche Verkehrsmittel, „die leistungsfähiger sind als der Individualverkehr“.

Um die Zahl der Ladesäulen zu steigern, müssten Fördermittel aufgestockt und vor allem unbürokratisch weitergegeben werden, heißt es aus den Rathäusern. Auch die Stadt Köln mahnte „eine einfachere und schnellere Bewilligung von Fördergeldern“ an.

Für den Durchbruch der E-Mobilität müsse daneben auch halböffentliches und privates Laden gefördert und rechtlich erleichtert werden, damit auch in Mehrfamilienhäusern und in Tiefgaragen eine flächendeckende Infrastruktur aufgebaut werden könne. Für Taxis und öffentliche Flotten sei ein dichteres Netz an Schnellladepunkten nötig. „Auch hier müssen Fördermittel aufgestockt und vor allem unbürokratisch weitergegeben werden“, sagte ein Stadtsprecher.

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