1. Wirtschaft

Dorsch akut bedroht

Dorsch akut bedroht

Rostock (an-o/ddp) - Ein Brotfisch stirbt aus: Der Dorsch in der Ostsee ist durch den Schleppnetzfang akut bedroht.

Wie der Dorsch-Experte Peter Ernst vom Rostocker Institut für Ostseefischerei erklärte, ist nach neuesten Bestandsberechnungen sei die biologische Grenze zum Erhalt des Dorsches erreicht oder gar schon überschritten. "Die Signale stehen auf Rot", sagte Ernst.

Vor allem in der östlichen Ostsee sei es schlimm um den Dorsch bestellt. Während der Bestand an laichfähigen Fischen dort 2001 noch bei 770.000 Tonnen lag, sei er in diesem Jahr schätzungsweise auf nur noch 89.000 Tonnen zurückgegangen. Nach einer Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung hätte man spätestens schon beim Erreichen des biologischen Grenzwertes von 160.000 Tonnen "die Reißleine ziehen" und Fangverbote erlassen müssen.

Ernst machte vor allem den Einsatz von Schleppnetzen für den Bestandsrückgang verantwortlich. Damit würden viele zu kleine Dorsche gefangen, die anschließend tot ins Meer zurückgeworfen würden. Von 100 gefangenen Dorschen seien 60 zu klein. Das seien aber genau die Fische, die in den nächsten Jahren für Nachwuchs sorgen.

Um die Bestände zu schützen, hatte die EU ein Fangverbot von Juni bis August erlassen. Beifang bis 200 Kilogramm Dorsch sind in dieser Zeit erlaubt.