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Düsseldorf: Die Preise purzeln schon schon vor den Feiertagen

Düsseldorf : Die Preise purzeln schon schon vor den Feiertagen

Gut zwei Wochen vor Weihnachten ist im deutschen Einzelhandel eine neue Rabattschlacht entbrannt.

Mit Sonderangeboten und Rabatten versuchen immer mehr Warenhäuser und Fachgeschäfte die noch immer zögernden Kunden in ihre Verkaufsräume zu locken.

Preissenkungen von 30 oder gar 50 Prozent sind keine Seltenheit. Der Präsident des Handelsverbandes BAG, Walter Deuss, warnt bereits: „Die Unternehmen sägen den Ast ab, auf dem sie sitzen.”

Die Fülle der Rabattaktionen ist kaum noch zu überblicken. Die Karstadt-Sporthäuser lockten letzte Woche bereits mit Nachlässen von 30 Prozent auf viele Wintersportartikel, die Bekleidungskette Peek & Cloppenburg offeriert Mäntel und Damenoberbekleidung fast ein Drittel billiger.

Galeria Kaufhof strich die Preise für Computer und Zubehör um bis zu 40 Prozent zusammen und offerierte zwei Tage lang 30 Prozent Rabatt auf Wintersportbekleidung. Fast bescheiden wirkte da schon, dass die Bekleidungskette SinnLeffers unter dem Motto „Steuerreform” einen Rabatt von 16 Prozent auf einen Artikel der Herbst/Winter-Kollektion anbietet.

Der Preiskampf hat einen ernsten Hintergrund. Zwar sind die Innenstädte am Wochenende übervoll, doch unter der Woche fehlt es noch immer viel zu oft an kauflustigen Kunden.

Um das Ziel zu erreichen, den Umsatzrückgang der vergangenen Jahre im Weihnachtsgeschäft zu stoppen, seien noch viele Anstrengungen nötig, heißt es beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Berlin.

Überlebenskampf

Vor allem die Diskussion um das Vorziehen der Steuersenkung verunsichere die Verbraucher. „Ich kann den Handelsunternehmen nicht verübeln, wenn sie die schwankende Konsumenten mit einem gezielten Preisnachlass in die Geschäfte bekommen wollen”, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr.

Doch verschärft die anhaltende Rabattschlacht nur den Überlebenskampf in der Branche. Vor allem Mittelständler und kleine Betriebe würden in den Ruin getrieben, warnt BAG-Präsident Deuss. Denn den großen Unternehmen falle es leichter „massive Rabatte zu gewähren, weil sie günstiger bei den Lieferanten einkaufen”.

Auch der Deutschland-Statthalter der schwedischen Bekleidungskette Hennes & Mauritz, Hans Andersson, warnt den Einzelhandel davor, zu früh die Preise zu reduzieren. „Wir brauchen ein bisschen mehr Geduld. Oft habe ich das Gefühl, dass der Handel sehr schnell zum Rotstift greift und die Winterware reduziert, bevor es Winter geworden ist”, meint Andersson.

Tatsächlich waren im vergangenen Jahr die Unternehmen am erfolgreichsten, die sich dem Rabattkrieg entzogen und auf Dauer-Niedrigpreise setzten, wie eben Hennes & Mauritz oder der Niedrigpreis-Anbieter C & A. BAG-Präsident Deuss, bringt also die Bedenken vieler Branchenkenner auf den Punkt, wenn er sagt: „Ich glaube nicht, dass man mit Rabatten die Konsumlust der Verbraucher ankurbelt”. Denn das ist es, was der Handel vermisst: die richtige Weihnachtslaune beim Kunden. Die Freude am Schenken.

„Sie erzeugen doch keine glänzenden Augen unter dem Weihnachtsbaum, wenn sie sagen, das habe ich alles 30 Prozent billiger gekriegt”, bezweifelt etwa HDE-Sprecher Pellengahr den Sinn der bei vielen Konsumenten inzwischen so beliebten Rabattjagd.