1. Wirtschaft

Die Bauherren hatten es eilig

Die Bauherren hatten es eilig

Münster/Köln (an-o/Nachr.) - Die Neubauzahlen sind in NRW kräftig in die Höhe geschossen. Doch ist dies, so die Landesbausparkasse (LBS West), das Ergebnis eines "Strohfeuers". Denn viele Bauherren hätten wegen der Kürzungspläne bei Wohnungsbauprämie und Eigenheimzulage die Bauämter im 1. Halbjahr gestürmt.

Im laufenden Jahr rechnet die Münsteraner Tochter der NRW-Sparkassen mit 54.000 neuen Wohnungen zwischen Herzogenrath und Höxter. Wegen der bis 2030 weiter steigenden Zahl von Haushalten sei der Neubau von 50.000 bis 60.000 Wohnungen pro Jahr in NRW notwendig. 2004 rechnet die LBS noch mit 59.000 Neubauten, danach aber mit einem "jähen Absturz", sollte die Förderung für Selbstnutzer massiv eingeschränkt werden.

LBS-Vorstandschef Christian Baade begrüßte aber die Pläne der beiden Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und Peer Steinbrück (SPD), die Eigenheimzulage behutsam um vier Prozent zu kürzen. Dies sei ein Weg, den Bauherren mitgehen könnten. Denn fast die Hälfte der privaten Bauvorhaben basiere auf staatlicher Hilfe, so Baade.

Im Regierungsbezirk Köln werden bis zum Jahresende 14.000 neue Wohnungen erstellt, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier entfällt der Großteil der Steigerung auf den Eigenheimbereich, der um 14 Prozent zulegt. Allerdings seien die Anträge im Juli wieder rückläufig gewesen.

Haus ohne Grundstück

Durchschnittlich 190.000 Euro - so viel wie neun Minivans - kostete im vergangenen Jahr ein neues Einfamilienhaus ohne Grundstück in NRW. Das sind 2.000 Euro weniger als im Jahr davor. Während die Immobilienpreise bereits seit mehreren Jahren stabil sind, dürfte Bauland um bis zu zwei Prozent werden., erwartet die LBS.