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Deutschen mögen Seelachs und Hering

Deutschen mögen Seelachs und Hering

Hamburg (ap/an-o) - Trotz eines Umsatzrückgangs von etwa sechs Prozent ist die Fischindustrie mit dem abgelaufenen jahr zufrieden.

Im Rekordjahr 2001 mit zwei Milliarden Euro Umsatz hatten ungewöhnlich viele Verbraucher wegen der Angst vor der Rinderseuche BSE zu Fisch gegriffen; verspeist wurden 1,1 Millionen Tonnen,. davon etwa 55.000 Tonnen in NRW. Bei rund 86 Prozent aller Haushalte kommt Fisch auf den Tisch, meist Alaska-Seelachs, Hering und Tunfisch.

Der Rückgang 2002 war nicht überraschend, meint der Geschäftsführer des Fisch-Informationszentrums (FIZ), Hamburg, Matthias Keller. Im Vergleich zu 2000 lag der Umsatz 2002 um fünf Prozent höher. Keller rechnet damit, dass zum Jahresende ein Pro-Kopf-Verbrauch von 13,7 bis 14 Kilogramm Fisch, Krebs und Weichtiere erreicht wird.

Die Branche habe allerdings damit zu kämpfen gehabt, dass zu Jahresbeginn ein Verbrauchertest die Hygiene von Räucherfisch in Frage stellte, was zu Umsatzverlusten in diesem Segment führte. Der Absatz etwa von Flusskrebsen und Garnelen aus China sei gesunken, weil verbotene Antibiotika (Chloramphenicol) in Shrimps gefunden wurden, und die EU-Kommission die Einfuhr aller tierischen Lebensmittel aus China vorübergehend verbot.

Bei vielen Produkten ist mittlerweile auf dem Etikett das Herkunftsland und die Produktionsmethode (Fang oder Aquakultur) angegeben sind.

Nicht ohne Kritik sieht Keller die immer feineren Messmethoden für die Analyse von Schadstoffen. "Die notwendige Risikobewertung der gefundenen Stoffe hält mit der Entwicklung der Messtechnik nicht Schritt", sagte er. "Nicht jeder Stoff, den man findet, ist in den häufig gefundenen geringen Konzentrationen auch gefährlich".