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Düsseldorf: Deutliche Preisunterschiede beim Gas

Düsseldorf : Deutliche Preisunterschiede beim Gas

Das NRW-Wirtschaftsministerium will für mehr Transparenz bei den Gaspreisen sorgen und hat deshalb jetzt einen landesweiten Gaspreisvergleich für Haushaltskunden zum Stichtag 1. April veröffentlicht. Wie Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) am Montag in Düsseldorf mitteilte, wird die Landeskartellbehörde in ihrem Haus die aktuelle Preisübersicht aller 141 Gasversorger zwischen Herzogenrath und Höxter sehr sorgfältig auswerten.

„Sobald wir Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Preisgestaltung haben, werden wir unverzüglich entsprechende Verfahren einleiten”, sagte Thoben.

20 Prozent Differenz

Bei den Preisen für private Haushalte gibt es nach wie vor erhebliche Unterschiede. Die Differenz zwischen dem teuersten und dem billigsten Anbieter liege im Durchschnitt bei rund 20 Prozent, erläuterte Thoben. Damit hätten die Unterschiede aber deutlich abgenommen, die in der Vergangenheit bis zu 45 Prozent betragen hätten. Aber noch summieren sich die Kostenunterschiede auf mehrere hundert Euro im Jahr.

Nach der Übersicht verlangt die Stawag AG, Aachen, ab 1. Juli für die Versorgung einer Wohnung mit Gastherme bei einem Jahresverbrauch von 7000 Kilowattstunden (kWh/Jahr) 449,02 Euro netto, also zuzüglich Mehrwertsteuer. Bei einem freistehenden Einfamilienhäuser mit 35.000 kWh/Jahr sind es 1710,86. Die Stadtwerke Düren kassieren derzeit 466,20 Euro bzw. 1917,30. Die WestEnergie Erkelenz verlangt ab Juni 485,02 bzw. 1874,00 Euro. Die Enwor, Herzogenrath, stellt ab Juni 441,10 bzw. 1810,50 Euro in Rechnung. Die Stadtwerke Jülich fordern 408,74 Euro bzw. 1702,24 Euro. Bei der EWV, Stolberg, sind es 457,10 bzw. 1802,00 Euro.

Die Landeskartellbehörde hat bereits in der Vergangenheit die Preispolitik der Gasversorger in NRW kritisch begleitet. So konnte die Preisspreizung zwischen einzelnen Unternehmen von 45 Prozent auf weniger als 20 Prozent gesenkt werden. Auch aus der aktuellen Übersicht ergeben sich deutliche Unterschiede.

So verlangen die Stadtwerke in Gelsenkirchen, Halle/Westfalen und Kaarst für 7000 kWh weniger als 400 Euro. Preiswertester Anbieter sind die Stadtwerke Kaarst mit 365,40 Euro, teuerster die Stadtwerke Lage mit 497,96 Euro.

Billiges Bocholt

35.000 kWh kosten bei den Versorgern in Bünde, Dormagen, Everswinkel, Lippstadt und Wülf-rath weniger als 1700 Euro. Am billigsten ist der Gasbezug in Bocholt mit 1575,60 Euro, am teuersten erneut Lage mit 1967,24 Euro.

Anders als die Strompreisaufsicht, die die Preiserhöhungen vor Inkrafttreten genehmigt, kann die Landeskartellbehörde die Gaspreisgestaltung erst nachträglich nach den Regeln des Kartellrechts im Wege der Marktmissbrauchsaufsicht bewerten. Private Gaskunden können theoretisch ihren Anbieter wechseln. In der Praxis werden den Verbrauchern bisher aber erst wenige regionale und überregionale Alternativangebote unterbreitet.

Infos im Internet:

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