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Düsseldorf: Deutlich weniger Arbeitslose in NRW

Düsseldorf : Deutlich weniger Arbeitslose in NRW

Nach dem Rückgang der Zahl der Arbeitslosen auf unter vier Millionen im April hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihre Jahresprognose weiter gesenkt. Im Durchschnitt des Jahres 2007 rechne man nun mit 3,8 Millionen Jobsuchenden, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Mittwoch in Nürnberg.

Als Folge der guten Konjunktur und des warmen Wetters sank die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren und lag bei 3,967 Millionen. Das ist ein Minus von 141.000 gegenüber März. Gegenüber April 2006 ergibt sich ein Rückgang von 824.000. Die Quote sank von 9,8 auf 9,5 Prozent.

Auch in NRW hält der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt an. Erstmals seit November 2004 sank im diesjährigen April die Zahl der Arbeitslosen mit 892.180 wieder unter die Marke von 900.000. Die Arbeitslosenquote blieb mit 10,0 Prozent zweistellig, wie die NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf mitteilte. Im März lag die Arbeitslosenquote bei 10,2 Prozent, vor einem Jahr bei 12,0 Prozent.

Trotz der positiven Zahlen vom Arbeitsmarkt will Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Regionaldirektion, noch nicht von einer „Trendwende” sprechen: „Die haben wir dann geschafft, wenn die Arbeitslosigkeit unter 800.000 sinkt. Das war das Niveau von 2002, dem Jahr vor Beginn der vergangenen Rezession”, erklärte Schönefeld in Düsseldorf. Mit der stabilen Konjunktur und den zunehmend wirksameren Reformen im Rücken käme man diesem Ziel aber näher. Auch die erneut nach oben korrigierten Prognosen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts stärkten die Zuversicht. Die Nachfrage der Wirtschaft senke die Arbeitslosigkeit.

Die günstige Entwicklung habe in einigen Berufen schon zu Personalengpässen geführt. Die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen ist mit den Verbänden der Metall- und Elektrobranche, der Bauwirtschaft, der Logistik und Speditionen im Gespräch, um Lösungsmöglichkeiten bei der Personalbeschaffung zu besprechen.

Nach wie vor würden Arbeitskräfte für den Vertrieb und Bürofachkräfte gesucht. Deutlich angezogen habe auch die Nachfrage bei Kraftfahrzeugführern, Elektroinstallateuren, Bauschlossern, Schweißern und Drehern.

Die verschiedenen Gruppen unter den Arbeitslosen hätten alle von der Verbesserung des Arbeitsmarktes in NRW profitiert, jedoch unterschiedlich stark. So sei der Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem April 2006 zu 70 Prozent zugunsten der Männer ausgefallen.

Die Jugendarbeitslosigkeit sei im April 2007 gegenüber dem Vormonat um 5,6 Prozent auf 81.920 Personen überproportional zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Jugendarbeitslosigkeit um gut 28 Prozent gesunken. Die Zahl der 50 Jahre und älteren Arbeitslosen sei weniger stark zurückgegangen. Mit 229.220 seien im Vergleich zum März 1,5 Prozent Ältere weniger gezählt worden.

Im Ruhrgebiet sei die Arbeitslosigkeit erstmals seit Dezember 2004 wieder unter 300.000 gesunken. In den Agentur-Bezirken des Reviers seien 298.510 Arbeitslose gemeldet, 4320 weniger als im März und 14,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.