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Der Garantiezins sinkt

Der Garantiezins sinkt

Berlin (an-o) - Am 1. Januar nächsten Jahres wird die garantierte Verzinsung von Kapitallebensversicherungen von derzeit 3,25 auf 2,75 Prozent gesenkt.

Für viele Sparer ist der auch dann noch im Vergleich mit Festgeldanlagen attraktive Zins bei Versicherungen der Grund, über den Abschluss einer solchen Police nachzudenken. Aber der Zins ist nicht das entscheidende Kriterium. Vorher sollten sich Interessierte noch eine Reihe anderer Fragen beantworten.

Bevor Verbraucher die Unterschrift unter den Vertrag setzen, sollten sie einen Versicherungscheck machen. Es gibt andere Versicherungsverträge, die viel wichtiger sind. Denn die Kapitallebensversicherung ist vor allem ein Sparvertrag, weniger eine Versicherung für alle Fälle.

Vorher ist auf jeden Fall der Abschluss einer privaten Haftpflichtpolice wichtiger. Auch das Risiko Berufsunfähigkeit sollte bereits versichert sein. Ebenso gilt es, die Familie mit einer reinen Risikolebensversicherung zu schützen, wenn sie finanziell abhängig ist. Erst wenn dieser existentielle Schutz sichergestellt ist, kommt eine Kapitallebensversicherung in Frage.

Der Vertrag läuft zumeist mindestens zwölf Jahre, weil sonst die Steuervorteile verloren gehen. Und es muss sichergestellt sein, dass der Sparer die Raten auch zahlen kann. Muss er nämlich in den ersten Jahren aussteigen und den Vertrag kündigen, verliert er einen Großteil des eingezahlten Geldes. Das gilt auch, wenn er den Vertrag vorzeitig kündigen muss.

Rendite bei Auszahlung

Viele Angestellte können die Steuervorteile aber nicht nutzen: Die monatlichen Raten können sie zwar als Vorsorgekosten von der Steuer absetzen, allerdings sparen sie dadurch nicht einen Euro Steuern. Der Grund: Die Sozialabgaben fressen den Freibetrag auf, der dafür vorgesehen ist.

Interessant ist für viele Sparer allerdings die Steuerfreiheit bei der Auszahlung des Geldes: Immerhin kann die gesamte Rendite nach derzeitigem Recht steuerfrei eingestrichen werden. Wie hoch diese Rendite am Ende tatsächlich ist, steht in den Sternen.

Natürlich bekommen alle den Garantiezins von 3,25 Prozent, wenn sie vor dem 31. Dezember dieses Jahres den Vertrag unterschreiben. Den Garantiezins gibt es aber nur auf den Betrag, der wirklich gespart wird. Und das sind 70 bis 90 Cent pro Euro, den der Kunde einzahlt. Der Rest geht drauf für Verwaltungskosten und die Risikovorsorge. Dadurch sinkt der tatsächliche Garantiezins weit unter drei Prozent.

Schmackhaft machen die Versicherungen die Policen mit der Überschussbeteiligung. Zwischen fünf und sieben Prozent Gesamtrendite soll die Kapitallebensversicherung dann abwerfen, versprechen die Gesellschaften. Wie viel es tatsächlich wird, hängt davon ab, wie gut das Unternehmen in den kommenden Jahren wirtschaftet. Und sicher ist nur eins: Garantiert ist da gar nichts.