Aachen: Das Engagement für die Energiewende intensivieren

Aachen: Das Engagement für die Energiewende intensivieren

20 Jahre Bemühungen des Passivhaus-Instituts mit dem Ergebnis, dass von weltweit 50.000 etwa 25.000 solcher Häuser in Deutschland, davon die Hälfte in NRW, stehen. Ist man da zufrieden?

Professor Wolfgang Feist, Leiter des Instituts, gibt zu: „Die Zahl könnte größer sein.“ Dennoch hat er „eine andere Sicht auf die Dinge“. Auf die Dinge, die man bereits erreicht hat. Etwa an der Schwelle zu sein, dass energieeffiziente Komponenten zum nahezu gleichen Verkaufspreis angeboten werden wie jene zur konventionellen Bauweise. Ist dieser finanzielle Unterschied nicht mehr vorhanden, „wird das zum Selbstläufer“.

Möglichkeiten, Bauweisen, architektonische Planung — darüber informierten sich rund 1000 Teilnehmer aus 45 Ländern im Aachener Eurogress. Veranstalter der zweitägigen Internationalen Passivhaustagung, die am Samstag endet, sind das Passivhaus-Institut, die Energie-Agentur NRW, die Stadt Aachen und die Universität Innsbruck. Im „industriellen Kernland“, Deutschland, und dort vor allem in NRW, wo 30 Prozent der innerdeutschen Treibhausgase ausgestoßen werden, müsse man dringend an den Maßnahmen zum Klimaschutz arbeiten, sagte der NRW-Klimaschutz- und Umweltminister Johannes Remmel im Rahmen der Veranstaltung. Über die aktuellen Diskussionen auf Bundesebene mit einem Fokus auf Stromkosten sei er „nicht erfreut“. Wesentlicher Faktor müsse die Energieeffizienz insgesamt sein, pflichtete Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, bei.

Effizienz als Schlüssel

Dass Passivhäuser zu dieser Entwicklung wesentlich beitragen können, erläuterte Professor Diana Ürge-Vorsatz, eine der Autorinnen des aktuellen Reports des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Schließlich fließe etwa ein Drittel des europäischen Energieverbrauchs in den Betrieb von Gebäuden. „Und die Frage der Effizienz ist bis heute sehr unterschätzt“, sagte Gisela Nacken, Umweltdezernentin der Stadt Aachen. „Dabei ist das der Schlüssel. Energie, die ich nicht brauche, muss auch nicht erzeugt werden.“

Die Experten waren sich einig: Um die gesetzten Ziele im Klimaschutz zu erreichen, müsse sich etwas tun. „Fehlinformationen“, die zur „Verunsicherung der Endverbraucher“ führten, müsse man sich verwehren, sagte Feist. „Ich kann mich dem Eindruck nicht verwehren, dass diese Behauptungen von gewissen Stellen absichtlich gestreut werden.“ Dazu gehörten „große Unternehmen aus der Chemieindustrie“, aber auch Vertreter der Politik.

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