Aachen: Damit der Nachwuchs im Handwerk früh designen lernt

Aachen: Damit der Nachwuchs im Handwerk früh designen lernt

Das Thema Design und Gestaltung ist für Handwerksbetriebe zunehmend ein Unterscheidungsmerkmal zu industrieller Produktion und ein wichtiger Wettbewerbsfaktor.

Deshalb soll das Fach Gestaltung den Nachwuchskräften schon in der Lehre die notwendigen Kenntnisse vermitteln. Rund 20 Fachleute aus den verschiedenen Akademien für Handwerksdesign und den Handwerkskammern in Deutschland trafen sich hierzu in Aachen und entwickelten mit den „Rosenberger Thesen” ein Positionspapier. Dessen Inhalte werden im Herbst im Bundeswirtschaftsministerium vorgestellt und sollen sich auch in neuen EU-Förderprogrammen wiederfinden.

„Kompetenz in Gestaltung und Design bilden einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor für die 975.000 Handwerksbetriebe in Deutschland”, betonte Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für die Region Aachen, bei der Vorstellung des Positionspapiers, das auch auf Initiative der Aachener Akademie für Handwerksdesign als deutsches Kompetenzzentrum entwickelt wurde.

Mit den bisherigen Weiterbildungsangeboten, die sich beim Thema Gestaltung vor allem an Meister und Gesellen richten, sei es nicht getan, so haben die Teilnehmer der Tagung in Aachen festgestellt, die auf Einladung des Deutschen Handwerkskammertags (DHKT) abgehalten wurde. Klare Anforderungen stellen die „Rosenberger Thesen” aber auch an die Handwerksorganisation selbst: Die fachliche Unterstützung im Bereich Design müsse verstärkt, das Netz der Beratungsstellen enger geknüpft und der Ausbau fachlicher Kooperation über die europäischen Grenzen hinaus ermöglicht werden.

„Wir werden uns in drei Monaten erneut in unserer Expertenrunde treffen, um über die konkrete Umsetzung der Rosenberger Thesen zu beraten”, sagte Barkey. „Über das Thema Design können wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe entscheidend stärken.” Auch hier spielt die Aachener Akademie für Handwerksdesign erneut eine Vorreiterrolle, indem sie bereits jetzt Seminare für Lehrer von Berufskollegs anbietet, in denen es um die Frage geht, wie das Fach Gestaltung stärker in den Unterricht zu implementieren sei. Die große Nachfrage von Einrichtungen aus ganz Deutschland zeige das Bedürfnis nach konkreten Umsetzungsmöglichkeiten, sagte Wolfgang Kohl, Leiter der Aachener Akademie.

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