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Conti erhöht Druck auf Werk in Aachen

Conti erhöht Druck auf Werk in Aachen

Moskau/Aachen (an-o/dpa) - Der Reifenhersteller Continental AG, Hannover, erhöht den Druck auf seine Standorte in Westeuropa, darunter das Werk in Aachen mit zurzeit 1380 Mitarbeitern.

Wie Vorstandschef Manfred Wennemer in Moskau sagte, wolle der Konzern m nächsten Jahr knapp 55 Prozent der rund 68 Millionen verkauften Autoreifen in den Billiglohnländern Portugal, Tschechien und Rumänien produzieren. Außerdem werde langfristig nach einem weiteren Billig-Standort gesucht. Auf die Frage, ob dies die Schließung eines Werkes in Westeuropa zur Folge haben könne, sagte Wennemer: "Das könnte die Konsequenz sein." Auf lange Sicht werde die Kostenkonkurrenz für die Standorte in Deutschland "ganz schwierig". Konkrete Pläne für eine Reduzierung der Kapazitäten gibt es aber zurzeit nicht.

Produktion in Deutschland stabil

Im rumänischen Werk Timisoara etwa will Continental auch bis zu einer Million hochpreisige Hochgeschwindigkeitsreifen herstellen. Gleichzeitig hält Conti die Produktionsmenge in den deutschen Werken Aachen, Korbach, Hannover und in den französischen Standorten Clairoix und Sarreguemines nahezu stabil.

Ein Mitarbeiter in der Produktion kostet in Rumänien nach Wennemers Angaben nur 4500 Euro, während es in Deutschland 41.500 Euro sind. Wink mit dem Zaunpfahl: Das Werk in Hannover habe sich mit einem hochflexiblen Arbeitszeitmodell und dem Einverständnis des Betriebsrats, künftig bis zu 25 Prozent Leiharbeiter einzusetzen, einen Vorteil verschafft. "Andere Standorte könnten das auch einführen", meinte der Conti-Chef.