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Duisburg: Brot und Brötchen werden teurer

Duisburg : Brot und Brötchen werden teurer

Brot und Brötchen werden zum Jahresende erneut teurer. Wegen steigender Energiepreise und des Tarifabschlusses im Bäckerhandwerk rechnet der Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks in den nächsten Wochen mit Preisanhebungen von durchschnittlich drei Prozent für das gesamte Sortiment.

„Die Kostensituation in den Bäckereien ist äußerst angespannt”, sagte Landesinnungsmeister Bernd Siebers am Montag in Duisburg. Im ersten Halbjahr waren die Preise für Backwaren im Schnitt bereits um 3,4 Prozent gestiegen.

Zwar legte der Umsatz der Bäckereien in NRW im ersten Halbjahr gegenüber dem gleichen Zeitraum 2007 um 7,1 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro zu. Die Umsatzrendite liege in vielen Betrieben aber schon jetzt nur knapp über null, rechnete Siebers vor.

Da die Beschäftigten nun mit Wirkung zum 1. Oktober 4,1 Prozent mehr Gehalt bekämen, müssten ohne Preisanhebungen viele Bäckereien rote Zahlen schreiben. Die Finanzkrise berühre die Bäckereien dagegen nicht.

Im Langzeitvergleich zu den Verteuerungen anderer Produkte sehen sich die Bäcker am unteren Ende der Preisspirale. Insgesamt sei der etwa der Brötchenpreis in den vergangenen zehn Jahren um 22,73 Prozent auf jetzt durchschnittlich 27 Cent gestiegen, dem stehe eine Teuerungsrate von beispielsweise 86 Prozent bei Benzin gegenüber.

„Der Brötchenpreis ist ein besonders sensibler Preis”, merkte Siebers an. Rund ein Viertel des Umsatzes einer Bäckerei werde mit Brötchen eingefahren.

Unterdessen geht die Zahl der Bäckerei-Handwerksbetriebe in NRW weiter zurück. Mit 2485 Betrieben mit rund 61 000 Beschäftigten liegt sie um 3,8 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Hauptgrund für den fortlaufenden Rückgang, der sich seit Jahren in dieser Größenordnung abspielt, ist weiterhin das Fehlen von Unternehmensnachfolgern. Viele Bäckereien müssten schließen, wenn sich niemand finde, der den Betrieb weiterführt, sagte Siebers.

Als wettbewerbsverschärfend sehen die mittelständischen Bäckereibetriebe die wachsende Zahl von Discount-Bäckereien und Selbstbedienungs-Backstationen in den Supermärkten. Diese könnten durch niedrige Personalkosten und einfache Ausstattung Backwaren billiger anbieten. Dagegen seien die Einsparpotenziale in den Bäckerei-Handwerksbetrieb ausgeschöpft, erklärte Siebers.

Auffallend ist die Ungleichverteilung von Betriebsgröße und Umsatz in der Branche: So machen 74,1 Prozent aller Bäckereien in Deutschland weniger als 500.000 Euro Umsatz pro Jahr und erwirtschaften nur 15,5 Prozent des Gesamtumsatzes im Bäckerhandwerk. Dagegen kommen 53 Prozent des Gesamtumsatzes von dem kleinen Anteil von zwei Prozent der Bäckereien, die mehr als fünf Millionen Euro Umsatz machen.