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Billig ist der Megatrend

Billig ist der Megatrend

Berlin (an-o) - "Discount ist in". Jetzt fährt auch der Autovermieter Erich Sixt auf Billig ab -Êmit der Tochter "Sixti". Auch andere Konzerne wie der Touristik-Riese TUI wollen mit Discount-Preisen den Avsatz ankurbeln.

Sonderangebote oder "Geiz ist geil"-Kampagnen in verschiedensten Branchen sollen die Kapazitäten auslasten. Deutsche Verbraucher sind zwar bekannt dafür, dass sie zuallererst auf den Preis schauen. Auf dem Weg ins "Discounter-Paradies" sehen Verbraucherschützer und Markenexperten Deutschland dennoch nicht. Zumal die Schnäppchenangebote oft nur begrenzt sind.

Während das angestammte Geschäft stagniert oder sinkt, trotzen die auf Schnäppchenjäger setzenden Wettbewerber der Konsumflaute. Vor allem im Lebensmittelhandel haben Discounter wie Aldi seit Jahren Erfolg und legen auch in schwachen Zeiten zu. Das wirtschaftliche Umfeld forciert die "Aldisierung". Nach dem "S-Wort" (Stagnation) macht das "R-Wort" (Rezession) die Runde. Inzwischen ist sogar von Deflation die Rede - der Gefahr, dass Preise über einen längeren Zeitraum einbrechen und Verbraucher Einkäufe in der Hoffnung auf noch niedrigere Preise verschieben.

Werte werden vernichtet

Markenartikler werden nicht müde, vor einer "Wertvernichtungsspirale" zu warnen. "Handel und Industrie tun sich langfristig keinen Gefallen", sagt Andreas Kühner vom Markenverband. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) will die Discount-Welle "weder begrüßen, noch verteufeln". Es müsse Segmente geben, die alle Bedürfnisse bedienen. Aber Unternehmen seien gut beraten, nicht nur auf Billig-Strategien zu setzen, betont Verbandssprecher Christian Fronczak. "Deutschland ist kein Standort, der auf Billig setzen kann. Das ist von den Kosten her nicht durchzustehen."