Düren: Bei Zanders droht massiver Stellenabbau

Düren: Bei Zanders droht massiver Stellenabbau

Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter von Zanders Reflex in Düren: Anderthalb Jahre nach dem gestoppten Verkauf an den französischen Konkurrenten Arjowiggens steht der Spezialpapierhersteller vor einschneidenden Veränderungen und einem Personalabbau in noch nicht zu beziffernder Höhe.

Nach DZ-Informationen stehen zwischen einem Drittel und der Hälfte der Dürener Belegschaft von derzeit 450 Mitarbeitern zur Disposition, quer durch alle Bereiche.

Wie der finnische Mutterkonzern M-Real am Nachmittag bekanntgab, sollen zwei der insgesamt vier Papiermaschinen am Standort Düren mit einer Jahreskapazität von 80.000 Tonnen im ersten Halbjahr 2010 geschlossen werden, darunter mit der PM5 das „Herzstück des Werks”, wie es ein sichtlich frustrierter und zutiefst enttäuschter Betriebsratsvorsitzender Eugen Kunkel formulierte, an der allein in fünf Schichten bislang mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Aber damit noch nicht genug. Nach den Plänen der Finnen soll die Produktion der Durchschlagpapiere, einem von drei Standbeinen des Dürener Werks, an den größeren Zanders-Standort Gohrsmühle in Bergisch-Gladbach verlagert werden, um dort vorhandene Unterkapazitäten auf einer neueren und größeren Papiermaschine zu decken.

M-Real-Zanders-Geschäftsführer Heikki Husso machte deutlich, dass beide Standorte künftig aus Gründen der Kosteneffizienz noch enger als bisher zusammenarbeiten sollen. Organisationsstrukturen und das Management-Modell sollen weiter optimiert werden.

Angaben über die Höhe des Stellenabbaus in Düren wollte Husso am Mittwoch nicht machen und verwies auf die ab Januar anstehenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat, für den Eugen Kunkel bereits energischen Widerstand ankündigte. Einen Personalabbau durch Verlagerung von Produktion werde der Betriebsrat auf keinen Fall mittragen, erklärte Kunkel.

Einen Wechsel von Mitarbeitern von Düren nach Bergisch-Gladbach schloss Husso am Mittwoch ebenso aus wie die Aufstockung der Produktion an den verbleibenden Maschinen. Die Veredelungs- und Ausrüstungslinien sollen in Düren ebenso erhalten bleiben wie die Produktion der Premium und Digital Papiere.

Eine endgültige Schließung des Dürener Werks stehe, so Husso, derzeit nicht zur Disposition.

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