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Behörden haben langes Gedächtnis

Behörden haben langes Gedächtnis

München (an-o) - Millionen Deutsche kehren allmählich wieder aus den Ferien zurück. Darunter viele Autourlauber, denen schon bald eine unangenehme Erinnerung hinterherflattern wird: Strafzettel oder Bußgeldbescheide aus dem Ausland.

Die meisten Nachbarländer bitten Verkehrssünder mit extrem saftigen Strafgeldern zur Kasse. Bescheide über 300 und mehr Euro sind keine Seltenheit.

Angesichts solcher Summen stellt sich Betroffenen die Frage: Zahlen oder wegwerfen? Grundsätzlich gilt: Ausländische Bußgeldbescheide können in Deutschland nicht vollstreckt werden. Das bedeutet: Wer sein Urlaubsknöllchen wegschmeißt, muss zu Hause wenig befürchten. Eine einzige Ausnahme gibt es: Österreich. Wer im Nachbarland Verkehrsverstöße begangen hat, sollte einen Strafzettel auf keinen Fall ignorieren. Denn deutsche Behörden dürfen beim Eintreiben österreichischer Geldforderungen Amtshilfe leisten.

Sünder in der Datenbank

Obwohl der Arm der übrigen ausländischen Verkehrsbehörden nicht nach Deutschland hinein reicht, raten AvD wie auch der ADAC nicht dazu, Strafzettel bedenkenlos zu zerreißen. Denn die Behörden im Ausland haben oft ein langes Gedächtnis. Es ist denkbar, dass säumige Verkehrssünder in Italien, der Schweiz oder den Niederlanden in einer Art Datenbank erfasst werden. Verbringen sie ihren nächsten Urlaub erneut in der Region, kann es passieren, dass sie auf ihr Versäumnis aufmerksam gemacht und sofort abkassiert werden. Zu drastisch gestiegenen Bußgeldern, versteht sich.