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Bayer peilt das Plus an

Bayer peilt das Plus an

Köln (an-o/lnw) - Nach hohen Kursverlusten und einem rückläufigen Geschäft im vergangenen Jahr will der Bayer-Konzern 2003 wieder auf die Erfolgsspur kommen. Allerdings wird die Affäre um den Blutfettsenker Lipobay die Bilanz weiter belasten.

Das operative Ergebnis könnte zweistellig wachsen, sagte Vorstandschef Werner Wenning am Freitag bei der Hauptversammlung in Köln. Als wichtigen Etappensieg bezeichnete er den Freispruch von jeglicher Haftung in den ersten beiden Lipobay-Prozessen in den USA. Die Zahl der Klagen ist dort auf 8600 gestiegen. In 740 Fällen wurden in Vergleichen 219 Millionen Dollar (199,5 Mio Euro) gezahlt. Der Konzern hatte Mitte 2001 das Medikament vom Markt genommen. Es wird mit dem Tod von 100 Patienten in Zusammenhang gebracht.

Aktionärsschützer bemängelten die fehlende Ertragskraft der vier Sparten (Chemie, Polymere, Gesundheit, Pflanzenschutz) und die Dividendenpolitik. Die Ausschüttung von 0,90 Euro je Aktie werde aus der Substanz bezahlt. Das operative Ergebnis war 2002 um 46 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro zurückgegangen. Den Start ins neue Geschäftsjahr 2003 nannte der Vorstandschef "ermutigend".