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Bau bröckelt ab

Bau bröckelt ab

Berlin (an-o/dpa) - Der deutsche Bau steckt tief in der Krise. Trotz der Hoffnung auf neue Aufträge nach der Jahrhundertflut erwartet der Hauptverband der deutschen Bauindustrie für das laufende Jahr einen Umsatzrückgang von mehr als fünf Prozent.

Die Wiederaufbauprojekte in Folge der Flutkatastrophe entlang der Elbe änderten nur wenig, sagte Verbandschef Ignaz Walter gestern in Berlin. Der Bau befinde sich in einer "katastrophalen Situation".

Flut löst Probleme nicht

"Die Flut hilft ein bisschen. Aber sie löst unsere Probleme nicht." Für das gesamte Bauhauptgewerbe wird in diesem Jahr nun nur noch ein Umsatz von rund 86,6 Milliarden erwartet - minus 5,2 Prozent. Bislang hatte die Branche gehofft, das Minus auf 2,5 Prozent zu begrenzen.

Bis zum Jahresende rechnet der Verband mit mehr als 8.000 Insolvenzen in der Branche, im 1. Halbjahr waren es bereits 4.500 (plus 5 Prozent). Die Beschäftigtenzahl wird in diesem Jahr vermutlich auf 870.000 sinken, ein Rückgang um 90.000 Stellen.

Investitionen vermutlich zurückgestellt

Walter bezifferte die Flutschäden auf "mindestens 30 Milliarden". In den besonders betroffenen Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt werde es sicherlich zu einem Auftragsschub kommen, weshalb in anderen Regionen aber vermutlich Investitionen zurückgestellt würden.