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Aachen/Eupen: Bank-Produkte zwischen Eiern und Kartoffeln

Aachen/Eupen : Bank-Produkte zwischen Eiern und Kartoffeln

Seit dem 27. Januar reiben sich viele Kunden der belgischen Supermarktkette Delhaize erstaunt die Augen.

Neben den üblichen Artikeln des täglichen Bedarfs werden in den Regalen der zweitgrößten belgischen Warenhauskette, die über rund 120 eigene Filialen verfügt, auch Bankprodukte angeboten.

Die Brüsseler Bank BBL, eine Tochter des niederländischen Finanzdienstleisters ING, startet einen Versuch, drei Finanzprodukte auf diesem neuartigen Weg zu vertreiben. Dabei geht es um zwei Sparkonten und eine Krankenversicherung.

Gestartet wird der Test zunächst in 15 Warenhäusern der Delhaize-Kette. Das Eupener Geschäft ist nicht in den Versuch einbezogen.

Der belgische Filialist ist ab 12. März auch mit einer Niederlassung in Aachen vertreten. Spätestens im Herbst soll eine weitere Vertretung in Aachen eröffnet werden.

Das BBL-Angebot besteht aus einem Standard-Sparkonto, einem Sparkonto speziell für Jugendliche und einer Krankenversicherung. Dabei sollen die einzelnen Produkte zu Sonderkonditionen vertrieben werden.

Nach Delhaize-Angaben muss der Kunde für das BBL-Bankpaket, das in einer Infobox vertrieben wird, zunächst fünf Euro bezahlen. Er erhält Zugang zu einem Call Center oder kann einen Antwort-Coupon für weiteres Informationsmaterial ausfüllen.

Sollte es zu einem Vertragsabschluss kommen, reicht eine einfache Unterschrift, die im Supermarkt geleistet wird. Der Preis von fünf Euro wird dem Interessenten auch ohne Vertragsabschluss in Form von 500 Punkten auf seiner Delhaize-Kundenkarte gutgeschrieben.

Beide Partner betonen den Versuchscharakter des Projekts. Die Bank bewertet die Supermarkt-Schiene als zusätzliche Möglichkeit, ihre Produkte breiter zu vermarkten.

Delhaize sieht in der Aufnahme von Finanzprodukten ins Sortiment eine zusätzliche Dienstleistung, die auch der Kundenbindung dienen soll. Zusätzliche Einnahmen werden zunächst nicht erwartet.

Die Probephase läuft zunächst bis April. Dann entscheiden beide Partner, ob sie das Projekt fortsetzen.